Media Monday #221 u.a. über den VFB Stuttgart, Delphine und das Ende von Z-wie-Klugscheißer

Liebe Leser, das ist mein letzter Blogeintrag (es folgen demnächst noch ein paar letzte noch ausstehende Reviews), ich leg‘ das Projekt erstmal wieder auf Eis. Aus beruflichen Gründen hatte ich das Projekt begonnen und aus denselben Gründen beende ich es jetzt wieder. Ich sage nicht für immer (denn man weiß ja nie), aber vorerst werde ich keine Zeit mehr zum Bloggen haben. Wer will, kann sich künftig mit mir über Twitter (@marcobehringer) über Comics und Filme austauschen. Hier sind meine letzten Antworten zum Media Monday von Medien_Journal. Ansonsten: Adios, Adieu, Au revoir!

Media Monday #221

1. Als ich damals mit meinem Dissertationsprojekt (über ein Thema zu den Bereichen Science Fiction und Utopie) begann, ahnte ich nicht, was für ein Marathon das werden würde. Nun befinde ich mich in den letzten Zügen und bin froh, wenn ich das Werk einreichen kann.

2. Sollte es jemals einen Trick geben, die Zeit zu manipulieren, ich wäre dafür zu haben. Wenn man viele Interessen (und Verpflichtungen) hat, dann fehlt sie einfach hinten und vorne.

3. Beim VFB Stuttgart bleibt zumindest alles beim Alten, schließlich haben diese Saison noch kein einziges Spiel gewonnen, und das, obwohl sie durchaus zu Chancen kommen und Einsatz zeigen (das macht es eigentlich noch bitterer).

4. Delphine in freier Wildbahn zu sehen war eine unglaubliche Erfahrung, einfach weil es intelligente und verspielte Tiere sind.

5. Obwohl sich alle einig sind, dass die Space-Opera-Serie Saga so toll ist, bin ich ja der Meinung, dass der Comicautor Brian K. Vaughan überschätzt wird und Saga schlechte Dialoge enthält. Auch die Charaktere hatten mir überhaupt nicht gefallen, so dass ich die Serie abgebrochen habe. Mein Tipp ist der Comicautor Ales Kot und sein futuristischer Agenten-Thriller Zero (ebenfalls Image Comics). Für mich der am meisten unterschätzte und unbeachtete Autor derzeit. Wenn ich nur eine Serie empfehlen dürfte, wäre es definitiv Zero: überschaubar (weil in vier Trades abgeschlossen), ausdruckstarkes Artwork (mit wechselnden Illustratoren) und innovatives Storytelling (mit Zeitsprüngen, Wechsel von ruhigen Szenen und Actionsequenzen etc.). Unbedingt lesen!

6. Alles in allem hat das Projekt „Z-wie-Klugscheißer“ Spaß gemacht, denn immerhin habe ich nette Blogger-Kollegen kennen- und schätzengelernt. Auch für jedes Feedback war ich dankbar, man werkelt sonst so im luftleeren Raum vor sich hin und hat keine Ahnung, wie das ankommt, was man da so fabriziert hat. Allerdings habe ich (mit Neid) festgestellt, dass die Filmblogger auf deren Blogs sehr viel mehr diskutieren, als die Comicblogger (generell und hier).

7. Zuletzt habe ich die Fernsehserie (alle schreiben nur noch „TV“, ich verwende sehr gerne den Begriff, den man auch tatsächlich beim sprechen verwendet) Fargo gesehen und das war gute Unterhaltung, weil der echte Fall schön verstrickt ist und gut erzählt wird. Billy Bob Thornton hat mir sehr gut gefallen und die Ereignisse haben sich immer mehr zugespitzt. Insgesamt jedoch nicht ganz so gut wie vergleichbare Serien und der typische schwarze Coen-Humor kam etwas zu kurz.

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Media Monday #220 u.a. über den italienischen Neorealismus, Kieron Gillen und Fargo

Nein, ich betone diesmal nicht, dass die Zeit zu schnell vergeht (das wisst ihr ja schließich selbst bzw. sonst wird es langweilig). Wie ihr bestimmt mitbekommen habt, hat mich derzeit wieder stärker das Serienfieber gepackt (True Detective S01, Boardwalk Empire S05 und nun Fargo S01). Am Wochenende habe ich dennoch auch wieder eine paar Comics gelesen, die mich allerdings leider eher enttäuscht haben: das assoziative Afterlife-Meta-Drama Appartement 23 von Guillaume Sorel hat gemischte Gefühle bei mir hinterlassen. Silbermond über Providence von Eric Herenguel war ein Fehlgriff, weil ich mir irrtümlicherweise einen Western mit Heldin vorgestellt hatte (das Cover vermittelt den Eindruck) und einen Mystery-Western mit einem großen Figurenensemble bekam. Zudem war die Story etwas wirr erzählt. Auch von der Kolonialisierungsmystery Conquistador von Jean Dufaux (eigentlich Lieblingsautor) hatte ich mir mehr erwartet, aber nach zwei Bänden werde ich die Serie wohl nicht mehr weiterlesen, weil sie nicht an die anderen Dufaux-Serien heranreicht. Hier sind meine Antworten zu den Fragen vom Medien_Journal.

1. Die Serienepisode ____ wird mich vermutlich noch lange beschäftigen, denn ____ . Obwohl ich hin und wieder die Zeit finde, Serien zu schauen, beschäftigt mich normalerweise keine einzelne Episode längerfristig. Klar, The Wire oder Breaking Bad hatten einen Nachhall auf meine Gedankenwelt, aber exzessiv hatte ich mich nicht mit deren Episoden beschäftigt. Zuletzt hatte ich bei Boardwalk Empire Season 5 gerätselt, wie es wohl weitergeht, aber mehr auch nicht. So wichtig ist mir das ganze dann doch nicht bzw. so viel Zeit habe ich nicht (mehr). Für mich sind Serien reine Unterhaltung, Denkanstöße kommen eher aus der Literatur oder von Comics.

2. Ein Durchschnittsmensch kann ja wirklich nicht gerade herausragend schauspielern, aber der Rückgriff des italienischen Neorealismus (zum Beispiel Roberto Rosselini oder Frederico Fellini) auf Laiendarsteller hat sich damals bezahlt gemacht. Das war einfach eine neue Art des Kinos, authentisch und unmittelbar.

3. Als Fan der ersten Stunde macht es mir sehr viel Spaß die Karrieren von Filmemachern wie Darren Aronofsky (seit Pi) oder Christopher Nolan (seit Memento, The Following kam erst danach) zu verfolgen. Klar, auch die beiden machen nicht immer alles richtig, aber sie bewahren sich eine eigene Handschrift und schaffen einen guten Spagat zwischen Mainstream- und Kunstkino.

4. Fernsehen kann man ja dank Streaming etc. mittlerweile quasi überall, doch muss ich sagen, dass ich überhaupt keinen Bock hab‘, mich an meinen Computer im Arbeitszimmer zu setzen und zu streamen, wenn ich einen großen Fernseher im gemütlichen Wohnzimmer habe. Was ich aber ab und an mal streame sind Sportübertragungen, sogar auch schon mal auf dem Smartphone, aber da steht die Gemütlichkeit nicht so im Vordergrund, da geht’s dann mehr um das mitfiebern oder darum, sich kurz ein Bild vom Geschehen zu machen, und das bleibt der Gang zur Apotheke.

5. Bei der Lektüre von Kritiken, die stichhaltig meiner Meinung widersprechen, muss ich immer meine eigene Kritik auf den Prüfstein stellen. Ich kann da nicht anders und hinterfrage, ob ich zu mild oder zu hart mit einem Titel war. Ich meine, ich weiß sicher, ob ich nach dem Konsum/der Rezeption eines Titels zufrieden/enttäuscht war oder gemischten Gefühle empfinde und das ändert sich dann auch nicht wirklich, aber es erschüttert meine die Grundfeste meiner Ansicht.

6. Von der Marvel-Miniserie Journey into Mystery von Kieron Gillen hätte ich mir ja doch deutlich mehr erwartet, denn schließlich erhält sie sehr gute Kritiken und der Autor wird ohnehin hochgelobt. Doch die Story hat mich zeitweise ermüdet, obwohl das Ausgangsszenario (Hintergrund zu Marvel-Megaevent Feat Itself) und der Protagonist (Kid Loki) sehr interessant sind. Seine Young Avengers-Miniserie (ebenfalls Marvel) hat mir auch sehr viel besser gefallen, wobei auch dort nicht die Story, sondern das Storytelling und das Artwork entscheidend war. Nahezu dasselbe gilt für seine creator-owned-Serie The Wicked + The Divine (Image Comics), bei der seine typischen Motive vereint (Musik und Mystery).

7. Zuletzt habe ich die ersten beiden Episoden von Fargo Season 1 gesehen und das war recht unterhaltsam, aber noch nicht herausragend, weil viele Coen-Elemente zwar aufgegriffen wurden, aber das gewisse Etwas noch fehlt. Die Episoden sind im Vergleich zu den Coen-Filmen atmosphärisch nicht dicht genug, das Pfeffer fehlt noch, aber ich bin dennoch gespannt, wie es jetzt weitergeht und ich muss mir wohl auch klarmachen, dass die Coens ja nur auführend produzieren und nicht Regie führen (ein Dilemma, dass ich auch bei Man of Steel und Christopher Nolan hatte).

Media Monday #219 u.a. über Idris Elba, James Gordon, verstörendes Kino und HBO-Serien

Mist. Da läuft schon mal Basketball im Deutschen Fernsehen und dann schaff ich’s trotzdem nicht. Für diese Woche hab‘ ich mir aber vorgenommen, die Spiele des deutschen Teams bei der EM zu verfolgen. Heute abend kommt auch der Nowitzki-Film im Fernsehen, das wäre auch toll. Dann ist auch noch das Fußball-Qualifikationsspiel und der Serien- und Filmstapel wird ja auch nicht kleiner (den Comicstapel erwähne ich gar nicht erst!) – puh, das wird wieder ein Abend voller Entscheidungen! Aber hier sind erstmal meine Antworten zu den montäglichen Fragen von Medien_Journal.

Media Monday #219

1. Sollte ich jemals Opfer eines Verbrechens werden, würde ich mir wünschen, dass James Gordon mit dem Fall betraut wird, schließlich arbeitet der Comissioner sehr gewissenhaft und genießt schlagfertige Rückendeckung.

2. Nachdem Idris Elba die Serie The Wire (aus welchem Grund und wie auch immer) verlassen hatte war ich froh, ihn in der Serie Luther wiederzusehen. Witzig war dann auch seine Nebenrolle in Thor als göttlicher Wächter Heimdall.

3. Lost Highway von David Lynch oder Tree of Life von Terrence Malick waren regelrecht verstörend, denn schließlich sind das Filme, die viele Interpretationsansätze bieten. Bei Lost Highway ließe sich beispielsweise alles als eine Psychose eines Schizophrenen deuten, da er sich im Laufe des Films (kafkaesk) verwandelt. Tree of Life lässt aufgrund der Meta-Ebene am Ende den Schluss auf Bedeutungen wie „Himmel“ zu.

4. Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson als eine(s) dieser viel gepriesenen Bücher(-Reihen) gefiel mir überraschend auch ganz gut, obwohl ich sonst nicht so den Bestseller-Geschmack habe. Nicht minder schlecht hat mir Bettler und Hase von Tuomas Kyrä gefallen, der in eine ähnliche Kerbe schlägt. Beide Romane vereinen eine leichtfüßige, fabulierfreudige und unzuverlässige Erzählweise (Satire halt) mit sozialkritischen Inhalten.

5. Für mich persönlich ist derzeit insbesondere HBO Garant für allerbeste Serienunterhaltung, schließlich war True Detective Season 1 sehr gut und aktuell läuft bei mir Boardwalk Empire Season 5. Zwei Serien, zwei Treffer. Dafür spricht auch, dass mich House of Cards Season 1 nicht überzeugt hat.

6. Die Graphic Novel Untergetaucht von Xavier Coste lässt sich nur schwierig in eine Schublade stecken, immerhin vereint sie Elemente des Heist-Thriller, Geschichte, Beziehungsdrama, Katastrophen-Thriller, Prison-Break und Survival-Drama. Eine vielschichtige Graphic Novel, die im Paris des Jahrhunderthochwasser spielt und visuelle Anspielgunen auf den Jugendstil enthält.

7. Zuletzt habe ich die ersten vier Episoden von Boardwalk Empire Season 5 gesehen und das war gut, weil dank Rückblicke in Nucky Thompsons Kindheit der Charakter mehr Tiefe erhält. Außerdem tut es der Serie gut, nicht schon wieder neue Charaktere einzuführen, sondern das bisherige Figurenensemble „auszuspielen“. Alles inallem bin ich aber trotzdem froh, wenn die Serie zu einem Abschluss kommt.

Media Monday #218 u.a. über Basketball, Remakes, Ermittler-Teams und True Detective

Das Wochenende war leider wieder viel zu kurz und schon wieder ist es Montag. Hier sind meine Antworten zum Media Monday von Medien_Journal.

1. Baskettball wusste mich vom ersten Moment an zu packen, schlicht weil es eine perfekte Mischung aus Bewegungsabläufen, Körperbeherrschung, Tempowechsel, Sprungkraft, Wettstreit, Fairplay, Schnelligkeit, Körpertäuschung, Raumverständnis, Teamplay und Wurfgefühl ist.

2. Die Zeit für die Remakes Dredd und Total Recall mit Colin Farell hätte ich mir echt schenken können, schließlich waren beide Filme eine uninspirierte Aneinanderreihung von Actionszenen. Robocop hab ich mir dann gleich gespart, wobei ich das Gefühl nich loswerde, dass genau der, der beste der drei Remakes ist.

3. Johnny Depp war auch schon mal zielsicherer in ihrer/seiner Rollenauswahl, denn schon seit Jahren lockt mich keiner seiner Filme mehr ins Kino.

4. Die ComicBuchreihe Pablo von Clément Oubrerie und Julie Birmant ist eine lebensbejahend-kraftvoll erzählte und leichtfüßig-ausdrucksstark gezeichnete Biographie über den Künstler Pablo Picasso. Absolut empfehlenswert.

5. ____ ist ja eines der coolsten Ermittler-Teams, denn ____ . Ich mach mir nichts aus „coolen“ Ermittler-Teams. Ich mochte jedoch das Team/die Charaktere aus den Serien The Wire und KDD sehr gerne.

6. Dank eines Geschenks konnte ich endlich auch der Serie House of Cards mit Kevin Spacey eine Chance geben, denn von selbst hätte ich die Serie niemals angeschaut und nach der ersten Staffel habe ich auch keine Lust mehr, weiterzuschauen.

7. Zuletzt habe ich True Detective mit Matthew McConaughey und Woody Harrelson gesehen und das war genial, weil die Serie in puncto Charakterisierung, Filmmusik, Erzählweise und Spannung auftrumpft. Aufgrund zahlreicher negativer Kritiken (Mundpropaganda und Filmkritik) und Zeitmangel werde ich jedoch die zweite Staffel nicht sichten.

Media Monday #217 u.a. über Hawkeye, schlechte Vorlagen und Synchronstimmen

Schon wieder eine Woche um. Mann-o-Mann, wie die Zeit doch vergeht. Dieses Wochenende ist bei mir medienmäßig nichts passiert. Trotzdem gibt’s auch heute am Montag wie immer den Media Monday: Hier sind die Fragen vom Medien_Journal und hier sind meine Antworten dazu!

1. Den Roman The Circle von Dave Eggers musste ich abbrechen, denn das war leider überhaupt kein Lesegenuss. Das Szenario war an sich schon interessant, aber die Protagonist hat mich völlig kalt gelassen und die Story war unglaubwürdig und unspektakulär.

2. Wenn ich doch nur bedeutend mehr Zeit hätte, würde ich mehr Romane lesen und Serien anschauen, das kommt beides definitiv zu kurz. Ich würde dann auch wieder gern Die Zeit und zur Abwechslung auch mal wieder ein wissenschaftliches Buch lesen. Vielleicht würde ich mich dann auch ehrenamtlich engagieren, ich hätte Bock, WWF zu unterstützen.

3. Die Synchronstimme von Christian Bale finde ich gut, aber muss er sich den Sprecher mit Johnny Depp teilen? Dann kommt es auch dazu, dass im Film Public Enemies einer plötzlich eine andere bekommt und alle verwirrt sind.

4. Fragt man mich nach meiner/meinem derzeitigen LieblingsdarstellerIn würde ich immer noch Christian Bale und Alain Delon benennen. Bei den Frauen macht Jessica Chastain einen guten Job.

5. Die Vorlage zu Sin City hat mir mal überhaupt nicht gefallen, obwohl es ein gefeierter Klassiker von Frank Miller ist. Klar, stilistisch hat die Serie durchaus seinen Reiz, aber inhaltlich hat es mich echt nicht vom Hocker gerissen.

6. Wenn das deutsche Fernsehen versucht, amerikanische TV-Formate zu adaptieren, geht das selten gut. Bestes Beispiel ____ . Davon habe ich überhaupt keinen Plan. Ich schau kaum Fernsehen und das, was ich schaue, ist keine Adaption von amerikanischem Fernsehen.

7. Zuletzt habe ich Hawkeye von Matt Fraction (Tradepaperbacks 1-3) gelesen und das war sehr durchwachsen, weil die Serie nicht konstant innovativ und spannend ist. Fraction gibt der Nebenfigur von Clint Barton zuviel Raum, ist nicht so witzig/parodistisch wie Nick Spencer (in The Superior Foes of Spider-Man) oder durchgeknallt/spannend wie Ales Kot (Secret Avengers). Aber der vierte (abschließende) Band des Runs macht sich bislang sehr ordentlich.

Media Monday #216 u.a. über Ant-Man, Sherlock Holmes, Klassiker und schlechtes Kunstkino

Das Wochenende war (wie immer) viel zu kurz, aber – juhu! – ich hab‘ es mal wieder ins Kino geschafft (siehe unten)! Ansonsten hab‘ ich mit der gehypten Serie Hawkeye von Matt Fraction begonnen, die für viele gerade die beste Marvel-Serie darstellt. Mich erinnert sie bisher stark an The Superior Foes of Spider-Man von Nick Spencer. Macht durchaus Spaß, aber der Jubel erscheint mir völlig übertrieben, an Ales Kot und seine Secret Avengers kommt halt (Marvel-technisch) nix ‚ran (aber jetzt les‘ ich erstmal Volume 2 und 3 fertig). Überhaupt kristiallisiert sich für mich immer stärker heraus, dass Kot zusammen mit Ed Brubaker und Jeff Lemire zu meinen absoluten Lieblingsautoren zählt, weil er erzählerisch im Gegensatz zu Fraction wirklich neue Pfade betritt (Lest unbedingt die Image-Serie Zero, dann wisst ihr, was ich meine!). Das Humorvolle bei Fraction (oder auch Spencer) ist schön und gut, reicht mir aber noch lange nicht aus. Weiter geht’s mit dem Media Monday: hier sind meine Antworten zu den Fragen vom Medien_Journal.

Media Monday #216

1. Kein Anspruch, kein Niveau, kein gar nix; trotzdem finde ich ja Avengers richtig klasse, denn ich bin mit den Rächer-Taschenbüchern aufgewachsen und es macht einfach Spaß, die Figuren in CGI-aufgemotzten Bildern zu sehen.

2. Ladri di biciclette von Vittorio di Sica ist einer dieser zeitlosen Klassiker, schließlich ist er einfach genial erzählt und voller Charme. Ich könnte hier aber auch The Angry Men von Sidney Lumet oder The Apartment von Billy Wilder oder Det sjunde inseglet von Ingmar Bergman oder …. aufzählen. Deshalb sind es ja alles Klassiker, weil sie herausragend erzählen.

3. Aus der Figur des Sherlock Holmes könnte man eigentlich viel mehr machen wie ich finde, denn der Ansatz der Neuverfilmung verseiert im angepassten Blockbustereinerlei. Dabei böte die Figur soviel Potential für originelle Geschichten.

4. Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach (ich erspar euch den Originaltitel) von Roy Anderson oder Enemy von Denis Villeneuve oder Holy Motors von Leos Carax konnten meine Erwartungen leider überhaupt nicht erfüllen, weil sie anspruchsvolles Kunstkino versprachen, aber dann nicht lieferten. Alle drei Filme sind zu formelhaft und leider ohne Spannungsbogen konzipiert.

5. Aus einem Animations- einen Realfilm zu machen oder anders herum halte ich im Grunde für unnötig (siehe Astérix), aber in Ausnahmen auch für interessant (siehe Ghost in the Shell).

6. Philip K. Dick schreibt eigentlich durchweg großartige Bücher, weil ihnen reizvolle Gedankenexperimente oder Konzepte zugrunde liegen. Dicks Prosa ist gar nicht so toll, die Figuren(konstellationen) ähneln sich und der Erzählstil ist nicht sonderlich innovativ, aber die Ideen wirken immer wieder unverbraucht.

7. Zuletzt habe ich Ant-Man von Peyton Reed und das war durchaus unterhaltsam, weil Reed neben der obligatorischen und abgelutschten Marvel-Origin-Story-mit-diabolischem-Gegenspieler-der-mit-der-Wissenschaft-Humbug-betreibt erfrischende Erzählkunsgriffe verwendet: Ähnlich wie die Coens in No Country for Old Men beginnt ein Charakter im On zu erzählen, wobei das Bild schließlich in die Vergangenheit wechselt und der Erzähler nur noch aus dem Off zu hören ist. Teilweise überschneidet sich dann aber das Erzählte mit dem in der Vergangenheit tatsächlich Gesagten, so dass die falsche Stimme (des Erzählers) über die Lippenbewegung eines anderen gelegt werden (so wer kann sich bei meinem Geschwurbel noch etwas darunter vorstellen?).

Media Monday #215 u.a. über unrealistische Szenen, Parodien, Buchvorlagen und exklusive TV-Serien

Schon wieder beginnt eine neue Woche. Bei dem genialen Sommer momentan (keine Ironie! Ich genieße das heiße Wetter in vollen Zügen!) komme ich noch weniger zum Filmeschauen als sonst. Dabei würde mich Ant-Man schon interessieren. Dafür hab‘ ich ein paar gute Comics gelesen. Der Fortsetzungsband von The Wicked + The Divine (für diejenigen, die nicht wissen, wovon ich spreche, ist hier meine Review zum ersten Band) hat mir vor allem erzählerisch und (wieder) stilistisch gut gefallen, allerdings muss die Serie im nächsten Band einen Zahn zulegen. Denn jetzt, wo alle Pop-Götter definiert sind, ist es Zeit, dass sich das Geplänkel Form annimmt, sonst wird’s doch langweilig. Apropos Geplänkel, genug Vorspiel, hier sind meine Antworten zum heutigen Media Monday vom Medien_Journal.

Media Monday #215

1. Ein aufgrund von Handfeuerwaffen explodierendes Auto wird eigentlich in Filmen/Serien immer dermaßen unrealistisch dargestellt, denn Autos sind dermaßen kompakt, dass sie nicht gleich explodieren. Klar, der Tank entündet sich schon, aber dann würde das Auto erstmal brennen. Auch die Explosionen selber sind meist übertrieben.

2. Ralph Azham von Lewis Trondheim ist in meinen Augen eine der besten Parodien, denn die Fantasy-Serie ist zum Totlachen und ernst zugleich. Abenteuer, Gefahren und Verluste gehen mit aberwitzigen und haarsträubenden Szenen und Dialogen einher.

3. Enemy von Denis Villeneuve hätte ein wenig mehr erzählerischer Feinschliff gut getan, denn das Mystery-Drama verläuft sich im prätentiösen Einerlei ohne Spannungsbogen.

4. Do Androids Dream of Electric Sheep ist als Buch(reihe) noch weitaus überzeugender als Blade Runner, schließlich hat Ridley Scott die philosophischen Aspekte in seiner Filmadaption vollständig untergraben.

5. NBA Live von EA Sports schlug mich als Spiel lange Zeit in seinen Bann, denn früher hatte ich noch eine Playstation und als Basketballer lag war das Spiel Pflicht, weil man mit seinem Lieblingsteam eine ganze Saison spielen konnte mit allem drum und dran (Draft, Spielerwechsel etc.).

6. Von den ganzen Netflix, Amazon- und sonstwas-exklusiven Serien interessiert mich langfristig Ridley Scotts Adaption von The Man in the High Castle, einem der wenigen bekannten Romane Dicks, die ich noch nicht gelesen habe.

7. Zuletzt habe ich die Cromwell Stone Gesamtausgabe von Andreas gelesen und das war schmerzhaft-gut, weil die detailversessene Zeichenkunst mit einer einmaligen Vorliebe für Strenge, Geometrie und einem Wechselspiel aus Symmetrie und Asymmetrie, das fabulierfreudige und spannungerzeugende Storytelling und das innovative Panellayout derart einen vom Hocker reißen. Wer sich für rätselhafte Phantastik von klassischer Qualität interessiert, sollte hier unbedingt zuschlagen!.

Media Monday #214 u.a. über Filmfinale, Untote und Lieblingsautoren

Am Wochenende bin ich medienbezogen nicht zu viel gekommen: Kein Film, dafür Bombenwetter und deshalb standen Basketball und Comiclesen auf dem Programm: Supreme: Blue Rose von Warren Ellis und Tula Lotay. Letztere läuft Gefahr, zu meiner neuen Lieblingszeichnerin zu werden: Konnte sie mich schon mit ihrem Beitrag zu Bodies von Si Spencer überzeugen, zementierte sie ihr Können nun zusätzlich. Inhaltlich ist Supreme: Blue Rose ein verschachtelt erzählt und innovativ illustrierter Zeitreise-Thriller, abgeschlossen in einem Band. Es handelt sich dabei jedoch nicht um geläufige Genrekost, sondern um ein konzeptuell ausgeklügeltes Szenario mit komplexer Handlung, interessanten Figuren und kaum Action. Doch genug davon, hier sind wie meine Antworten zum Media Monday von Medien_Journal.

Media Monday #214

1. Inspiriert von heute: Was war euer Nerven aufreibendstes, schlimmstes, ärgerlichstes Blog-Erlebnis? Bisher hatte ich glücklicherweise kein vergleichbares Blog-Erlebnis *dreimal auf Holz geklopft*.

2. Am meisten enttäuschendes Filmfinale für mich war ja Dredd, weil im Prinzip der gesamte Film ein „enttäuschendes Filmfinale“ darstellt.

3. Interpretationen von Untoten gab es ja schon in jeglicher Coleur, ob jetzt von Zombies, Vampiren oder sonst etwas die Rede ist. Die mir liebste Auslegung/Darstellung ist und bleibt allerdings From Dusk till Dawn, denn noch nie gab es einen ungewöhnlicheren Ansatz.

4. Müsste ich eine/n Lieblingsautor/in oder -schriftsteller/in benennen, es wäre wohl schwierig, sich auf einen festzulegen. Momentan sind es Ales Kot und Ed Brubaker im US-Comicbereich, Manu Larcenet und Gipi bei Graphic Novels, Jean Dufaux und André Juillard im franko-belgischen Comicbereich. Im klassischen Romanbereich wäre es wohl Philipp K. Dick (aber das ist phasenweise bei mir).

5. Es wäre der absolute Traum, in/auf Ökotopia aus der literarischen Utopie Ecotopia von Ernest Callenbach zu leben, denn dort ist alles nach ökologisch und sozial verträglichen Gesichtspunkten strukturiert.

6. Filmische Satiren sind nicht mir Paradodien zu verwechseln und sind meist nicht so gut, wie literarische Satiren.

7. Zuletzt habe ich House of Cards Season 1 und das war nur okay, weil der Protagonist keine Gegner und keine Herausforderung hatte, die Thematik mich kalt ließ und die Charaktere allesamt unsympathisch waren.

Media Monday #213 u.a. über Zeitreise-, untypische, literarische und seichte Filme

Nach zweiwöchiger Pause melde ich mich auch wieder beim Media Monday zurück! Am Wochenende habe ich mir die neue Ausgabe der Brand Eins zum Thema „Faulsein“ besorgt und vom Philosophie Magazin liegt noch die Spezialausgabe zum Thema „Griechische Mythologie“ auf dem Lesestapel. Ansonsten hab‘ ich mit Die Gefährten der Dämmerung (Splitter) von Bourgeon einen frankobelgischen Fantasy-Klassiker gelesen, der sich bis zum Ende steigert: Die Serie spielt im Hundertjährigen Krieg, wobei die ersten beiden Bände noch stark phantastisch angehaucht sind, während der dritte Band (mit Überlänge) mehr historisch angelegt ist. Der dritte Band gefällt mir am besten und ist empfehlenswert, die ersten beiden haben auch Spaß gemacht. So, genug geplaudert, hier sind meine Antworten auf die Fragen von Medien Journal.

Media Monday #213

1. Meister Yoda einmal im wahren Leben zu treffen, war/wäre der Wahnsinn.

2. Zeitreisefilme können gut oder schlecht sein, Donnie Darko von Richard Kelly, 12 Monkeys von Terry Gilliam, Looper von Rian Johnson und X-Men: Days of Future Past sind für mich die außergewöhnlichsten Zeitreisefilme. In The Source Code von Duncan Jones finden ja strenggenommen keine Zeitreisen, sondern Reisen in alternative Realitäten statt.

3. Darren Aronofskys Bibelinterpretation Noah ist zwar untypisch, dadurch aber nicht gleich schlecht, denn immerhin gab‘ es (meines Wissens) zuvor keinen Ansatz Fantasy und Bibelstoff zu verquicken.

4. Durch mein Dissertationsprojekt erst bin ich auf zahlreiche Utopie- und Science-Fiction-Titel gestoßen, der/die/das ich sonst vielleicht nie gefunden hätte, egal ob Klassiker/Perlen der Literatur, des Comics oder des Kinos. Ich hab‘ dafür ausgiebig in der Film-, Literatur- und Comicgeschichte recherchiert und obwohl ich lange nicht alle Titel gebrauchen konnte oder letztlich zunächst vielversprechende Titel doch wieder gestrichen hatte, bin ich so auf einige Schätze gestoßen.

5. Richard Linklaters Boyhood ist zwar seicht, aber macht aufgrund des innovativen Konzepts dennoch viel Spaß.

6. Filme, die sich mit Literatur/Literaten beschäftigen sind meistens schwülstig oder langweilig. Mir fällt spontan kein einziges positives Beispiel ein. Kafka von Steven Soderbergh hat mir sehr gut gefallen, aber er hat ja auch keine reine Biographie gemacht, sondern Elemente aus Kafkas Leben mit der Atmosphäre von dessen Werk verknüpft – absolut sehenswert!

7. Zuletzt habe ich die Literaturadaption Plein Soleil (dt. Nur die Sonne war Zeuge) von Réne Clément und das war nur ganz nett, weil der Protagonist (Alain Delon) kein Sympathieträger ist, die Spannung samt Fallhöhe nicht ordentlich aufgebaut wird und viele Handlungen nicht nachvollziehbar erscheinen. Ich hab‘ die Vorlage nicht gelesen, aber das Remake (The Talented Mr. Ripley von Anthony Minghella) noch in guter Erinnerung.

Media Monday #210 u.a. mit Adaption, Breaking Bad und Victoria

So, zurück aus’m Urlaub und gleich mal die Fragen von Wulf beantwortet. Im Urlaub gab’s nebe viel Sonne auch viele Romane zu lesen (ja ich lese auch Bücher ohne Panels und Sprechblasen!), die ich euch morgen vorstelle.

1. Der gewiefteste Verbrecher aus der Filmgeschichte ist für mich Kaiser Soze (Kevin Spacey) aus The usual Suspects. Wer nicht weiß, warum, sollte sich den Film schleunigst anschauen.

2. Breaking Bad konnte mich als Serie vom ersten Moment an begeistern, weil es fesselnd, innovativ, originell und vielversprechend begonnen hat.

3. Das Terminator-Franchise interessiert mich schon länger nicht mehr. Obwohl ich ausgewiesener Christian Bale-Fan bin, hatte ich mir Terminator: The Salvation schon nicht mehr angeschaut.

4. Criminal von Ed Brubaker lädt geradezu dazu ein, als TV-Serie adaptiert zu werden. Wer nicht weiß, warum, soll die Comicserie lesen.

5. Mein Buchtipp für die heißen Tage lautet Der futurologische Kongreß oder Sterntagebücher oder Pilot Pirx von Stanislaw Lem, allesamt witzig und geistreich.

6. Nicoas Cage war wohl eine der größten Überraschungen in Adaption, schließlich mimte er dort in seiner Doppelrolle meisterhaft zwei völlig verschiedene Zwillingsbrüder.

7. Zuletzt habe ich im Kino den genialen deutschen Film Victoria von Sebastian Schipper gesehen und das war eine intensive und einmalige Erfahrung, weil er formell in einem Take gedreht wurde und deshalb Form und Inhalt perfekt Hand in Hand gehen. Wir begleiten die Protagonistin in das rauschhafte Berliner Nachtleben, das sich zu einem unvorhergesehenem Trip in der Unterwelt wandelt. Die Kamera bleibt dabei hautnah an den authentisch gespielten Protagonisten dran und entfaltete eine starke Sogwirkung. Dadurch, dass die Schaupieler ohne Pause durchspielen, wirkt das Gezeigte sehr realistisch. Inhaltlich ist die Story dramatisch und emotional. Die Musik variiert und untermalt das geschehen passend und hypnotisch. Schaut euch den Film unbedingt an!