Patrice Pellerin: Der Schrei des Falken Gesamtausgabe 3 [zuletzt gelesen #062]

650-307508-20140620133755Exotische Schauplätze, spannende Schatzsuche, ausgefuchstes Katz-und-Maus-Spiel, historisch beeindruckende Bilder und finaler Showdown! Die historisiende Abenteuerserie L’Epervier (Dupuis) von Patrice Pellerin geht in die letzte Runde. Bei comicplus+ ist die Comicserie unter dem Titel Der Schrei des Falken – Gesamtausgabe auf Deutsch in einer edlen Gesamtausgabe erschienen. In drei Bänden liegt der erste Zyklus der Serie vollständig vor (ursprünglich sechs Bände, ebenfalls comicplus+). Der dritte Band der Gesamtausgabe enthält die beiden Bände „Der Schatz am Mahury“ und „Die Tränen des Tlaloc“ sowie Bonusmaterial aus dem französischen Begleitband Archives secrètes.

Exotische Kulisse, historische Pracht und finaler Showdown

Nachdem das Abenteuer in der Bretagne begann und auf hoher See fortgesetzt wurde, landen die Protagonisten 1742 schließlich in Guyana. Yann de Kermeur („Der Falke“) hat die „Pomone“ gestohlen und verfolgt die „Medusa“, die (nachwievor) von den (immer noch) Niederträchtigen Marquis de la Motte und Hervé de Villeneuve gesteuert wird, um die Gräfin Agnès de Kermellec zu befreien und um wieder Herr über sein eigenes (königliches) Schiff zu sein. Doch zunächst holt ihn seine Vergangenheit (und die Intrige) auch in Übersee ein und er wird (wieder einmal) festgenommen und eingesperrt. Währendessen zwingen die Widersacher Kermeurs Mannschaft, gefährliche Tauchgänge in Tonnen durchzuführen, um den Schatz zu bergen. Kann der Falke seine (rechtmäßige) Unschuld beweisen? Die „Medusa“ (samt tapferer Crew) befreien? Und was ist mit dem Schatz (Aztekengold)?

Pellerin streift in dieser Gesamtausgabe nebenbei Themen wie Kolonialisierung und Sklaverei. Der Protagonist erhält dadurch zusätzliche Möglichkeiten zur Demonstration seiner Moralvorstellungen und etabliert sich noch klarer zum integren Helden. Er ist ganz der klassische Held in Reinform, ohne ambivalente Tendenzen und vielschichtige Facetten wie sie der (Anti-)Held der jüngeren Vergangenheit (in der Popkultur) besitzt. Umgekehrt sind die Schurken noch waschechte Schurken, ganz ohne nuancierte Zwischentöne, einfach unmoralisch (zumindest Villeneuve). Komplex sind nicht die Charaktere, sie sind mustergültige Schablonen, allerdings vor einer komplex erzählten und vielschichtig gespinnten Geschichte. Das (und die historische Genauigkeit) macht den Reiz von L’Epervier aus. Beim Frauenbild gibt es jedoch insofern eine Modernisierung, als dass die Gräfin selbstbewusst und mutig auftritt und sogar dem Chevalier das Leben retten darf.

Pellerin führt einen klaren Strich, der sich am Stil seines Vorbilds André Juillard orientiert. Mit einer unnachahmlichen Vorliebe für Details lässt er das 18. Jahrhundert (vor allem die Seefahrt) lebendig werden. Band drei der Gesamtausgabe enthält beeindruckende Bilder von Gebäuden (Kolonialstil), Waffen, Ausrüstung, Urwald, Kleidung und Schiffen. Genial ist beispielsweise auch eine Szene, in der sich Yann mit einem Kajak durch die Mangroven manövriert. Man spürt auf jeder Seite, dass Pellerin befreundete Historiker befragt hat und ausgiebig recherchiert hat. Dieser Umstand und die gewissenhafte Arbeitsweise (Pellerin schreibt, zeichnet und koloriert in Eigenregie!) entschuldigen auch die lange Veröffentlichungsdauer der Einzelbände (alle zwei Jahre erscheint ein neuer Band). In puncto Raumverständnis und Einstellung hat er sich zudem von Jean Giraud (und dessen an den Film angelegtes Panellayout) inspirieren lassen.

Klassiker des Abenteuercomics in edler Ausgabe

Die Aufmachung der Gesamtausgabe lässt keinen Wunsch offen. Der gebundene Band wird auf Vorder- und Rückseite mit Spotlack veredelt. Die wunderschöne Ausgabe wird durch ein leicht strukturiertes, griffiges Vorsatzpapier (hier Dunkelgrün) abgerundet. Das Bonusmaterial enthält einen Kurzcomic sowie illustrierte Erläuterungen über Yann als Korsar und bei Hofe. L’Epervier wurde übrigens gleichnamig verfilmt, nur leider (noch) nicht ins Deutsche synchronisiert.

Der Schrei des Falken – Gesamtausgabe 3 begeistert durch eine spannende Zuspitzung aller vorangegangenen Ereignisse bis zum Finale. Ein erstklassiger Abschluss des ersten Zyklus‘ einer genialen Abenteuerserie. Es wäre mehr als begrüßenswert, wenn auch der zweite Zyklus (bisher zwei Bände) derart prachtvoll zugänglich wird. Auf der Verlagshomepage gibt es mehr Infos zur Gesamtausgabe und beim Comicvertrieb PPM gibt es Leseproben. Für mich ist L’Epervier ohnehin einer der besten Seefahrercomics.

Patrice Pellerin: Der Schrei des Falken Gesamtausgabe 2 [zuletzt gelesen #061]

650-307502Aufgeblähte Segel, steil aufragende Masten, Frauen im Korsett, Schergen mit Perücke und tapfere Narbengesichter. Die historisiende Abenteuerserie L’Epervier (Dupuis) von Patrice Pellerin geht weiter. Bei comicplus+ ist die Comicserie unter dem Titel Der Schrei des Falken – Gesamtausgabe auf Deutsch in einer edlen Gesamtausgabe erschienen. In drei Bänden liegt der erste Zyklus der Serie vollständig vor (ursprünglich sechs Bände, ebenfalls comicplus+). Der zweite Band der Gesamtausgabe enthält die beiden Bände „Die Medusa läuft aus“ und „Verräter an Bord“ sowie Bonusmaterial u.a. aus dem französischen Begleitband Archives secrètes.

Seefahrt-Abenteuer – spannend erzählt und eindrucksvoll illustriert

Pellerin macht genau da weiter, wo er nach den ersten beiden Bänden aufgehört hatte. Bretagne im 18. Jahrhundert: de Kermeur alias „Der Falke“ wird wegen Mordes gesucht und will dennoch seine Crew befreien. Die Gräfin Agnès de Kermellec wurde von ihrem Cousin (Hervé de Villeneuve) niedergeschlagen und erinnert sich nicht mehr an die Vorkommnisse. Gemeinsam mit dem Marquis de la Motte und der „Medusa“ plant de Villeneuve sie in See zu stechen (in Richtung Guyana). Kann der „Falke“ seine (loyale und tapfere) Crew befreien? Schafft er es, wieder (rechtmäßiger) Herr über seine „Medusa“ zu werden? Was hat es mit dem (rätselhaften) Schatz auf sich? Erinnert sich die (hübsche) Gräfin wieder und entlarvt ihren (niederträchtigen) Cousin?

Pellerin erzählt seine fesselnde Geschichte dialogreich und erzähltextarm. Dadurch wirkt das Dargestellte sehr unmittelbar. Aufgrund mehrerer Handlungsebenen und eingebauter Rückblicke verwendet er zudem eine komplexe Erzählweise. Bei den Rückblicken rundet er seine Panels ab, wodurch diese visuell als solche erkennbar sind. Durch das große Figurenensemble und die Schauplatzwechsel sorgt Pellerin für viel Abwechslung und einen stets aufrechterhaltenen Spannungsbogen. Trotz des erzählerischen Anspruchs wirkt die Serie stets überschaubar und spannend.

Die Charakterisierung des Protagonisten erschließt sich indirekt – aus seinen Taten und Worten. Dazu kommen die im Bonusmaterial enthaltenen prägende Lebensstationen (Guyana, Piraten, Galeerensklave, Freiheit), die in Form von Kurzcomics und illustrierten Texten aufgerollt werden und dem Charakter Tiefe verleihen. Die Gesamtausgabe lohnt sich also auch für diejenigen, die die Serie bereits in Einzelbänden besitzen oder schon gelesen haben.

Pellerin führt einen klaren Strich, der sich am Stil seines Vorbilds André Juillard orientiert. Mit einer unnachahmlichen Vorliebe für Details erweckt er das 18. Jahrhundert und die Seefahrt zum Leben. Der zweite Band der Gesamtausgabe enthält beeindruckende Szenen von Schiffen auf hoher See. Man merkt, dass Pellerin befreundete Historiker befragt hat und gewissenhaft recherchiert hat. Dieser Umstand und die ausgefeilte Illustrationskunst (Pellerin schreibt, zeichnet und koloriert in Eigenregie!) entschuldigen auch die lange Veröffentlichungsdauer der Einzelbände (alle zwei Jahre erscheint ein neuer Band). In puncto Raumverständnis und Einstellung hat er sich zudem von Jean Giraud und dessen filmischen Verständnis inspirieren lassen, was vor allem bei den Schiffsmanövern auf hoher See zum Tragen kommt.

Klassiker des Abenteuercomics in schmuckem Gewand

Die Aufmachung der Gesamtausgabe lässt keinen Wunsch offen. Der gebundene Band wird auf Vorder- und Rückseite mit Spotlack veredelt. Die wunderschöne Ausgabe wird durch ein leicht strukturiertes, griffiges Vorsatzpapier (hier Dunkelgrün) abgerundet. L’Epervier wurde übrigens gleichnamig verfilmt, nur leider (noch) nicht ins Deutsche synchronisiert.

Der Schrei des Falken – Gesamtausgabe 2 besticht weiterhin durch (inhaltliche) Vieseitigkeit, (erzählerische) Komplexität, (historische) Authentizität und (visuelle) Finesse. Kurzum: eine anspruchsvolle wie mitreißende Abenteuerserie, die seinesgleichen sucht und comicplus+ veröffentlicht sie in vollendeter Form. Es wäre mehr als begrüßenswert, wenn auch der zweite Zyklus (bisher zwei Bände) derart prachtvoll zugänglich wird. Auf der Verlagshomepage gibt es mehr Infos zur Gesamtausgabe und beim Comicvertrieb PPM gibt es Leseproben. Für mich ist L’Epervier ohnehin einer der besten Seefahrercomics.

Patrice Pellerin: Der Schrei des Falken Gesamtausgabe 1 [zuletzt gelesen #060]

gafalke1Kanonenfeuer und Fechtkunst, schnelle Schiffe und schöne Frauen! Das sind die altbekannten Zutaten für Seefahrerabenteuer. Die historisiende Abenteuerserie L’Epervier (Dupuis) von Patrice Pellerin vereint jedoch nicht nur diese altbekannten Zutaten, sondern bereichert und erneuert das Genre. Die Comicserie ist auf Deutsch in einer edlen Gesamtausgabe unter dem Titel Der Schrei des Falken – Gesamtausgabe bei comicplus+ erschienen. In drei Bänden liegt der erste Zyklus der Serie vollständig vor (ursprünglich sechs Bände, ebenfalls comicplus+). Der erste Band der Gesamtausgabe enthält die ersten beiden Bände („Kermellecs Geheimnis“ und „Der Totenkopf-Felsen“) und Bonusmaterial u.a. aus dem französischen Begleitband Archives secrètes.

Klassisches Abenteuer, komplexe Erzählweise und realistische Illustrationen

Pellerin fackelt nicht lange herum, sondern geht sofort ins Eingemachte: Der Chevalier Yann de Kermeur (ehrenwehrter Kapitän der „Medusa“ mit dem Spitznamen „Der Falke“) will sich vor der bretonischen Küste mit seinem Freund (dem Grafen de Kermellec) treffen. Er findet Kermellec aber sterbend auf, aber dieser verrät ihm noch ein rätselhaftes Geheimnis. Während der wahre Mörder mit einer Tonstatue geflohen ist, wird nun Kermeur für den Mord angeklagt. Die Enkelin (Gräfin Agnès de Kermellec) verständigt den Marquis de la Motte aus Brest, um Kermeur vor Gericht zu bringen. Ihr Cousin (Hervé de Villeneuve) verhält sich indes immer merkwürdiger ihr gegenüber. Indessen lässt der Marquis (in Brest) die „Medusa“ entern und die Crew verhaften. Gelingt dem (unschuldigen) „Falken“ die Flucht? Überlebt die (loyale) Crew die Folter? Was hat es mit der (unscheinbaren) Tonpuppe auf sich? Wer ist der (maskierte) Mörder?

Ohne viel Erzähltext und mit sprudelnden Dialogen nimmt die verschachtelt erzählte Story schnell an Fahrt auf. Dank zahlreicher und wechselnder Schauplätze, parallelen Handlungsebenen und einem reichhaltigen Figurenensemble strickt Pellerin in windeseile ein fesselndes Gespinnst aus (adeliger) Intrige, (ausgefuchsten) Fluchtplänen, (anbahnender) rätselhafter Schatzsuche, (einer Prise) Romantik, (detailgetreuer) Seefahrt, (bewährter) Fecht- und Kampfkunst und (eingeschworener) Seefahrermännlichkeit. Die komplexe Narration und die historische Glaubwürdigkeit hebt L’Epervier weit über den Durchschnitt, wobei es Pellerin gelingt, alles klar und leicht wirken zu lassen – die Story ist nie überfordernd oder unübersichtlich. Einziger Makel sind die zum Teil gesteltzten Sprüche (aber wer weiß schon, wie die Menschen sich damals unterhalten haben).

Das liegt vor allem an seinem klaren Strich, der sich am Stil seines Vorbilds André Juillard orientiert. Ohne Schraffuren, aber mit einer unnachahmlichen Detailverliebtheit, erweckt er die vergangene Epoche zum Leben. Der erste Band der Gesamtausgabe enthält stellenweise atemberaubende Szenen von Schiffen, Schiffswerften und Fachwerkhäusern. Man merkt, dass Pellerin befreundete Historiker befragt hat und gewissenhaft recherchiert hat. Dieser Umstand und die ausgefeilte Illustrationskunst (Pellerin schreibt, zeichnet und koloriert in Eigenregie!) entschuldigen auch die lange Veröffentlichungsdauer der Einzelbände (alle zwei Jahre erscheint ein neuer Band). In puncto Raumverständnis und Einstellung hat er sich zudem von Jean Giraud und dessen filmischen Verständnis inspirieren lassen.

Klassiker des Abenteuercomics in vollendeter Form

Die Aufmachung der Gesamtausgabe lässt keinen Wunsch offen. Der gebundene Band wird auf Vorder- und Rückseite mit Spotlack veredelt. Die wunderschöne Ausgabe wird durch ein leicht strukturiertes, griffiges Vorsatzpapier (hier Dunkelgrün) abgerundet. Dazu enthält der Band als Bonusmaterial Hintergrundinformationen zur Serie und zum Autor sowie einen exklusiven dreiseitigen Comic über die Familie Kermeur. Die Gesamtausgabe lohnt sich also auch für diejenigen, die die Serie bereits in Einzelbänden besitzen oder schon gelesen haben. L’Epervier wurde übrigens gleichnamig verfilmt, nur leider (noch) nicht ins Deutsche synchronisiert.

Der Schrei des Falken – Gesamtausgabe 1 beginnt (inhaltlich) vieseitig, (erzählerisch) komplex, (historisch) authentisch und (zeichnerisch) eindrucksvoll. Kurzum: Pellerin liefert uns eine anspruchsvolle wie mitreißende Abenteuerserie, die seinesgleichen sucht und comicplus+ veröffentlicht sie in schmuckem Gewand. Es wäre mehr als wünschenswert, wenn auch der zweite Zyklus (bisher zwei Bände) derart prachtvoll zugänglich wird. Auf der Verlagshomepage gibt es mehr Infos zur Gesamtausgabe und beim Comicvertrieb PPM gibt es Leseproben. Für mich ist L’Epervier ohnehin einer der besten Seefahrercomics.

Didier Convard: Das geheime Dreieck – Gesamtausgabe 7 [zuletzt gelesen #059]

Krimis sind imm650-308130-20141202084312er wieder faszinierend. Und esoterische Krimis erfreuen sich (nicht erst) seit Dan Brown größter Beliebtheit. Freimaurer, Geheimkulte, ganz klar, das passt hervorragend zum Krimi. Le Triangle Secret (dt. Das geheime Dreieck) ist eine solche esoterische Krimiserie und sie stammt aus der Feder des Comicszenaristen Didier Convard, der dazu mit wechselnden Zeichnern zusammengearbeitet hat. Was ist noch so besonders an der Serie? Die Handlung des Krimis ist eigentlich in der Gegenwart angesiedelt, aber durch Rückblicke in die Geschichte gibt es immer wieder längere Passagen, die in verschiedenen Epochen der Menschheitsgeschichte spielen. Außerdem gibt noch zwei weitere unschlagbare Komponenten. Die eine ist die Vorstellung, dass der Vatikan eine eigene militante Untergrundschwadron unterhält, um seine Ziele mit Gewalt durchzusetzen. Die zweite ist die Thematisierung der Unsterblichkeit, die universell erscheint und eng an Jesus Christus geknüpft wurde.

Überblick über die Serie oder: Was ist bisher passiert?

Der erste Zyklus ist seinerzeit beim ehemaligen Ehapa Verlag erschienen und längst vergriffen. Hier geht es um die „Erste Loge“, die sich als Traditionsahnen von Jesus Christius sehen, aber nicht in religiöser, sondern in wissenschaftlicher Hinsicht. Sie suchen das fünfte Evangelion, das „Narrentestament“, das von einer Verwechslung beim Tode Christi handelt. Gegner sind die „Hüter des Blutes“, die das kirchliche Dogma (Jesus starb am Kreuz und ist wiederauferstanden) mit Gewalt verteidigt.

Ab dem zweiten Zyklus hat comicplus+ das Ruder übernommen. Hier geht es weiterhin um den Kampf zwischen den Parteien. Ein Ritualmörder hackt seinen Opfer die rechte Hand ab und markiert deren Stirne mit einer fünf, die auf die Ritter verweisen, die das Grab von Christi Bruder Thomas gefunden haben. Der zweite Zyklus markiert den Höhepunkt der Serie. Gerade die historischen Episoden sind genial.

Dritter Zyklus „Die Hüter des Blutes“

Mit Le Triangle Secret L’intégrale (dt. Das geheime Dreieck – Gesamtausgabe) liegt nun eine neunbändige edle Gesamtausgabe vor, die auf Deutsch ebenfalls bei comicplus+ erscheint und die Serie in edler Form zugänglich macht. Band 7 der Gesamtausgabe enthält die ersten beiden Einzelbände des dritten Zyklus „Les Gardiens du Sang“ (dt. „Die Hüter des Blutes“), der zeitlich vor den Ereignissen der ersten beiden Zyklen spielt. Von daher kann man den Zyklus im Prinzip ohne Vorkenntnisse bzw. vor den anderen beiden Zyklen lesen, aber davon würde ich trotzdem abraten.

Hier steht Professor Jean Nomane im Fokus, der überraschend nach drei Jahren wieder bei seiner ehemaligen Freundin auftaucht und wegen Mordes an Kardinal Mottelli gesucht wird. Nach und nach wird jedoch klar, dass es eine geschickt eingefädelte Intrige der „Hüter des Blutes“ war, die ihn zum Verdächtigen gemacht hat. Währenddessen forscht eine geheime vatikanische Forschungsgruppe in Kooperation mit einem Schweizer Konzern an einer Essenz für die Unsterblichkeit.

Dialogreich und detailliert

Convard erzählt seine Geschichte hauptsächlich mit dialogreichen Sequenzen. Dadurch werden wir als Leser unmittelbar in das Geschehen hineingeworfen und erfahren nach und nach mehr von den Verstrickungen und Drahtziehern im Hintergrund. Andererseits ist es auch ein erklärungswütiger Erzählstil, man muss viel lesen, was nicht heißt, dass nichts passiert. Im Gegenteil, die Schauplätze ändern sich oft und es passiert viel. Es gibt ein großes Figurenensemble, bei dem man den Überblick bewahren muss. Dennoch macht das alles sehr viel Spaß. Es ist nur kein Comic, den man nebenher oder zwischendurch konsumiert, sondern einer, der die volle Aufmerksamkeit erfordert.

Im Allgemeinen erzählt Convard sehr ruhig, klassisch und spröde, was ich nicht negativ, sondern positiv auslege. Im dritten Zyklus hat er sich jedoch herausgenommen eine Idee drastischer zu werden, was jedoch immer noch im Rahmen bleibt. Denis Falque zeichnet die Gegenwartsepisoden. Er führt einen detailliert-realistischen Strich mit leicht individueller Note, wodurch alles schön übersichtlich bleibt, aber auch reizvoll erscheint. Die Pariser Stadtszenen wirken sehr realistisch und die Figuren haben einen individuellen Stil.

Die historischen Rückblicke werden von wechselnden Zeichnern übernommen und führen uns diesmal zu Cagliostro, der hier als Universalgenie und geistiger Bruder von Christus inszeniert wird. Die ersten historischen Abschnitt hat Patrick Jusseaume gezeichnet, der einen reduzierten Strich plegt, der im Vergleich mit den anderen Zeichnern unspektakulärer und stilisierter wirkt. Den zweiten hat André Juillard (der Meister höchstselbst!) übernommen, der bislang auch schon die Cover illustriert hat und für seinen unnachahmlichen klaren Stil bekannt ist. Während Convard den ersten Rückblick mit Dialogen und Nomane als Erzähler ausstattet, wird der zweite Rückblick ausschließlich von Nomane erzählt. In Voice-Over-Passagen berichtet er von Cagliostros Abenteuer in Ägypten, wobei die Szenen systematisch in seitenbreiten, filmischen Panels angelegt sind. Dadurch wirkt diese Passage schematischer als die erste, die in abwechslungsreichen Panelstrukturen angelegt ist.

Guter Inhalt und schöne Aufmachung

Der siebte Band von Le Triangle Secret L’intégrale verspricht spannende Krimikost, wobei der dritte Zyklus nicht an die herausragende Qualität des zweiten Zyklus anknüpfen kann. Vor allem die historischen Rückblicke waren im zweiten Zyklus beeindruckender. Convard liebäugelt außerdem mit dem Heldenkino, wenn immer wieder Anspielungen auf jenes ausgeprochen werden und es gibt einen stilisierten Vollstrecker. Dennoch wissen auch diese beiden Abenteuer zu fesseln und enthalten einen interessanten Hauptcharakter. Wer nicht genug bekommt vom Le Triangle Secret-Universum, sollte unbedingt zugreifen. Für Schmalspurleser reichen sicherlich auch die ersten beiden Zyklen.

Die Gesamtausgabe erscheint in gebundenen Bänden mit Spotlack und enthält insgesamt neben den drei Zyklen („Das geheime Dreieck“, „I.N.R.I.“ und „Die Hüter des Blutes“) die ersten beiden Bände des Spin-Offs „Hertz“. Jeder Band der Gesamtausgabe ist jeweils auf 1.000 Exemplare limitiert und enthält Bonusmaterial. Diesmal eine bewertende Einordnung des dritten Zyklus, eine Skizze von Jusseaume, eine Studie von Juillard und eine Infobox über Cagliostro. Die wunderschöne Aufmachung wird durch ein leicht strukturiertes Vorsatzpapier (hier Gelb) abgerundet. Beim Verlag gibt es mehr Infos zur Gesamtausgabe und beim Comicvertrieb PPM gibt es (eine) Leseprobe(n).

Media Monday #215 u.a. über unrealistische Szenen, Parodien, Buchvorlagen und exklusive TV-Serien

Schon wieder beginnt eine neue Woche. Bei dem genialen Sommer momentan (keine Ironie! Ich genieße das heiße Wetter in vollen Zügen!) komme ich noch weniger zum Filmeschauen als sonst. Dabei würde mich Ant-Man schon interessieren. Dafür hab‘ ich ein paar gute Comics gelesen. Der Fortsetzungsband von The Wicked + The Divine (für diejenigen, die nicht wissen, wovon ich spreche, ist hier meine Review zum ersten Band) hat mir vor allem erzählerisch und (wieder) stilistisch gut gefallen, allerdings muss die Serie im nächsten Band einen Zahn zulegen. Denn jetzt, wo alle Pop-Götter definiert sind, ist es Zeit, dass sich das Geplänkel Form annimmt, sonst wird’s doch langweilig. Apropos Geplänkel, genug Vorspiel, hier sind meine Antworten zum heutigen Media Monday vom Medien_Journal.

Media Monday #215

1. Ein aufgrund von Handfeuerwaffen explodierendes Auto wird eigentlich in Filmen/Serien immer dermaßen unrealistisch dargestellt, denn Autos sind dermaßen kompakt, dass sie nicht gleich explodieren. Klar, der Tank entündet sich schon, aber dann würde das Auto erstmal brennen. Auch die Explosionen selber sind meist übertrieben.

2. Ralph Azham von Lewis Trondheim ist in meinen Augen eine der besten Parodien, denn die Fantasy-Serie ist zum Totlachen und ernst zugleich. Abenteuer, Gefahren und Verluste gehen mit aberwitzigen und haarsträubenden Szenen und Dialogen einher.

3. Enemy von Denis Villeneuve hätte ein wenig mehr erzählerischer Feinschliff gut getan, denn das Mystery-Drama verläuft sich im prätentiösen Einerlei ohne Spannungsbogen.

4. Do Androids Dream of Electric Sheep ist als Buch(reihe) noch weitaus überzeugender als Blade Runner, schließlich hat Ridley Scott die philosophischen Aspekte in seiner Filmadaption vollständig untergraben.

5. NBA Live von EA Sports schlug mich als Spiel lange Zeit in seinen Bann, denn früher hatte ich noch eine Playstation und als Basketballer lag war das Spiel Pflicht, weil man mit seinem Lieblingsteam eine ganze Saison spielen konnte mit allem drum und dran (Draft, Spielerwechsel etc.).

6. Von den ganzen Netflix, Amazon- und sonstwas-exklusiven Serien interessiert mich langfristig Ridley Scotts Adaption von The Man in the High Castle, einem der wenigen bekannten Romane Dicks, die ich noch nicht gelesen habe.

7. Zuletzt habe ich die Cromwell Stone Gesamtausgabe von Andreas gelesen und das war schmerzhaft-gut, weil die detailversessene Zeichenkunst mit einer einmaligen Vorliebe für Strenge, Geometrie und einem Wechselspiel aus Symmetrie und Asymmetrie, das fabulierfreudige und spannungerzeugende Storytelling und das innovative Panellayout derart einen vom Hocker reißen. Wer sich für rätselhafte Phantastik von klassischer Qualität interessiert, sollte hier unbedingt zuschlagen!.

Zuletzt gelesen #028: „Die Katze des Rabbiners – Gesamtausgabe 2“ von Joann Sfar

Das Judentum wird oft negativ assoziiert: entweder mit dem Holocaust oder mit dem Nahostkonflikt. Die schillernden Seiten werden dabei oft vergessen. Dabei enthält die jüdische Kultur viel kreatives Potential: Angefangen von jüdischen Denkern und Künstlern bis hin zur Klezmer-Musik. Einige jüdische Künstler zeichnen sich durch selbstreflexiven-satirischen Humor aus. Man denke zum Beispiel an Ethan & Joel Coen und ihren Film A Serious Man. (So und jetzt kommt der Übergang zum Comic!) Natürlich habt ihr es schon geahnt, auch in der Welt der Sprechblasen und Panels gibt es solche jüdischen Künstler.

Joann Sfar, Mitglied der (berühmt-berüchtigten) L’Assocation (französische Comicvereinigung, die sich vom Mainstream abkoppelte, um experimentelle Autorencomics zu realisieren), ist bekannt für seine humorvollen Geschichten vor dem Hintergrund jüdischer Kultur. Seine bekannteste Serie Le Chat du Rabbin (dt. Die Katze des Rabbiners) erscheint als gebundene Gesamtausgabe mit schmuckem Leinenrücken.

Die zweite Gesamtausgabe enthält die Bände 4 (dt. „Das irdische Paradies“) und 5 (dt. „Jerusalem in Afrika“), womit dann alle aktuellen Bände der fortlaufenden Serie vorliegen. Allgemein handelt die Serie von der titelgebenden sprechenden und philosophierenden Katze, die einem Rabbiner gehört, und die zu Beginn des 20. Jahrhunderts Abenteuer an der Seite verschiedener und wechselnder Protagonisten erfährt. In „Das irdische Paradies“ begleitet die Katze eine gealterte Legende mit einem Löwen in Afrika. In „Jerusalem in Afrika“ macht sich die Katze mit einer illustren Truppe auf, um in Äthiopien das jüdische Utopia zu suchen.

Le Chat du Rabbin zeichnet sich durch Fabulierfreude aus: Sfar schweift thematisch gerne mal ab oder führt den Leser auf’s Glatteis (Achtung: jetzt wird’s wirr!), indem eine erzählte fiktive Geschichte in der Geschichte zunächst als normale Handlung erkennbar ist und erst nach Ausgang als erzählte Geschichte erkennbar wird (und? Alles verstanden?). Der Autor schafft außerdem phänomenal, nebenher und beiläufig jüdische Themen zu vermitteln: in Verkleidung der Satire und des Abenteuers.

Die leichtfüßigen und farbenfrohen Zeichnungen (die Kolorierung stammt von Brigitte Fidalky) enthalten genug Details für die historische Kulisse, nehmen sich sonst aber viele grafische Freiheiten. So führt Sfar einen krakeligen Strich, der eine sympathische Grundstimmung erzeugt. Selbst wenn keine Pointe oder kein schlagfertiger Dialog vorkommt, hat man beim Lesen deshalb immer ein Lächeln auf den Lippen. Beim Verlag gibt es eine Leseprobe.

Fazit

Auch der zweite Sammelband von Le Chat du Rabbin kann die Qualität der vorangegangenen Episoden halten. Es macht einfach Spaß in den Kosmos aus jüdischer Kultur/jüdischem Humor, schräger und kautziger Charakteren und nicht zuletzt der philosophierenden Katze einzutauchen. Klassiker und Pflichtlektüre!

Zuletzt gelesen #005: Warum ist Sergio Toppis „The Collector“ eine kunstvolle Abenteuer-Serie?

Es gibt Comics (oder Filme oder Romane), die lassen sich einfach und schnell konsumieren. Diese sind leicht zugänglich, weil sie unseren Sehgewohnheiten entsprechen und nicht viel abverlangen. Dann gibt es Comics für Genießer. Diese haben aufwendige, meist künstlerisch wertvolle Artworks, die sich von gewohnten Sehgwohnheiten unterscheiden und in denen jedes einzelne Panel genauso gut in einer Kunstausstellung hängen könnte. Enki Bilal, François Schuiten, Kent Willliams, Jon J. Muth, Bill Sienkiewicz, Dave McKean, André Juillard, Gibrat oder Sergio Toppi (hier ist ein Teaser zu meinem Reddition-Artikel über Toppi) sind solche Comickünstler.

Von zuletzt genanntem stammt die fünfbändige, leicht mystisch angehauchte Abenteuerserie Le collectionneur, die ich mir auf Englisch als Gesamtausgabe (von Archaia) gegönnt hab‘. Inhaltlich stellt die Serie eine Mischung aus Hugo Pratts Corto Maltese und George Lucas‘ Indiana Jones dar. Der Protagonist ist wie Corto Maltese ein charismatischer, stoischer Abenteurer, der mit seinem schlitzohrigen Lächeln und einer mystischen Verbindung zu höheren Mächten allen Gefahren trotzt. Er ist aber entgegen Maltese ein durchaus ambitionierter Abenteurer, denn er sammelt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts legendenumwobene Artefakte wie Waffen oder Kunstgegenstände.

Toppi nutzt die Legenden um die Artefakte für interessante historische Rückblicke, die er in seine Abenteuer einstreut. Die fünf Bände ähneln sich konzeptionell: es gibt ein Artefakt, dass der Sammler begehrt, aber jede Menge Hindernisse, die es zu überwinden gibt (hier variiert der italienische Autor so viel wie geht). Deshalb ist es besser die Bände nicht in einem Rutsch zu lesen, sondern portioniert mit Pausen, denn dann freut man sich jedesmal wieder und kann die unzusammenhängenden Abenteuer ohne Schmälerung genießen.

Das Seitenlayout bricht oft die gängige Abfolge von Panels zugunsten einer freien Darstellungsweise ohne Panels auf. Toppi verwendet in narrativer Hinsicht auch eine ungewohnte Form des Rückblicks: in einem Panel sehen wir einen Erzähler, der im Sprechblasentext etwas Vergangenes wiederaufleben lässt (Legende eines Artefakts) in den darauffolgenden Panels erhalten wir in stummen Panels Impressionen des Geschilderten. Standardisierte narrative Erzählweisen sind Voice Overs aus dem Off (Dialog oder Erzähltext) zu vergangenen Ereignissen (oft sind diese dann auch stilistisch oder farblich anders gestaltet). Toppis Vartiante ist ungewöhnlich und ist deshalb (auch noch heute) sehr innovativ.

Die exotischen Schauplätze wechseln, so dass wir mal in Irland, Neuseeland, Australien oder Neuguinea unterwegs sind. Die jeweiligen Eingeborenen mit ihren malerischen Kriegsbemalungen und exotischen Kleidungen stellen für Toppis ornamentalen Strich eine Steilvorlage dar, die er gemeinsam mit den Naturhintergrunddarstellungen meisterlich zu nehmen weiß. Das schwarzweiße Artwork ist etwas für Genießer, deren Blick auch einmal länger auf einem Panel haften bleibt, um die genuinen Ornamente in den kleidungen, Haaren oder Landschaften zu bestaunen. Diesem Ornamentalstil liegt nicht nur handwerkliche Meisterschaft, sondern auch ein mystisches Raunen zugrunde, das man aus dem Filmbereich sonst nur von Andrej Tarkowski kennt.

Hier ist eine Leseprobe der französischen Gesamtausgabe.

Fazit

Le collectionneur ist eine stilistisch meisterliche Abenteuerserie mit Klassikerstatus. Man braucht dazu allerdings ein Faible für Kunst (Toppi ist stark von der Gravur und Gustav Klimt beeinflusst worden) oder künstlerische Illustrationen, um Freude daran zu finden.

Warum ist „Rork“ von Andreas ein vielschichtiges Meisterwerk der Phantastik?

Während ich Cromwell Stone bisher liegen gelassen habe (sträflich, ich weiß, ich weiß, werd‘ ich bald nachholen, versprochen!), hat mich Rork gleich angesprochen. Der phantastische Klassiker des deutschen Comickünstlers Andreas (Martens) erscheint in einer schmucken Neuauflage als zweibändige Gesamtausgabe bei schreiber&leser, also zugreifen! Bisher kannte ich von Andreas (zu meiner Schande) lediglich die zynische Geschichtsgroteske Quintos (sehr empfehlenswert!) über den spanischen Bürgerkrieg.

Um was geht Rork? Keine Ahnung. Nein, Spaß beiseite, so wirklich weiß ich jetzt nach dem ersten Band der Gesamtausgabe tatsächlich noch nicht. Der Titelheld ist ein zeitloser Weißhaariger mit übernatürlichen Fähigkeiten, der an Hugo Pratts mystisch wie stoisch veranlagten Abenteurer Corto Maltese erinnert, nur dass er nicht durch die Weltgeschichte mäandert, sondern ähnlich wie Major Grubert in Moebius‚ Le Garage Hermétique durch Realitäten.

Zunächst begleiten wir den Helden durch Kurzgeschichten und fragen uns, was das ganze soll? Nette phantastische Kurzgeschichten, die von ihrer Qualität an die literarischen Kurzgeschichten eines H. G. Wells oder Ray Bradbury erinnern, aber nur Stückwerk bleiben. Nein. Denn Andreas schafft es nach einer Weile alle Fäden zusammenzuführen und aus mal mehr, mal weniger pointierten Kurzgeschichten eine ausgewachsene Story zu fabrizieren. Und das macht Spaß.

Andreas zeigt sich als vielseitiger Erzähler, der durch die Variation von Rhythmus, Seitenlayout und den gezielten Einsatz von Erzähltext, Dialog und stummen Sequenzen für viel Abwechslung sorgt. Diese grafische (schwarzweiß und koloriert) wie narrative Heterogenität wirkt auf den ersten Blick vielleicht etwas unentschieden, entfaltet auf lange Sicht aber eine ungeheure Originalität wie wir sie selten zu Gesicht bekommen. Die innovative Comicsprache lässt sich schwer vergleichen, aber Anklänge an Antoine-Marc Mathieu oder François Boucq.

Der deutsche Comiczeichner führt einen spitzen Strich mit kantigen Gesichtern und detailverliebten Hintergründen, Schraffuren und einer Vorliebe/Stärke für architektonische und (bedeutungsschwangere) geometrische Motive. Phantastische Wesen und Elemente prallen auf historische Bauwerke und die Natur. Insofern ist zweifelsohne eine Parallele zum Werk der belgischen Schuiten-Brüder vorhanden, doch wirkt Andreas‘ Arbeit abwechslungsreicher, weil er die geometrische Strenge immer wieder durchbricht.

Fazit

Rork ist eine rätselhafte Phantastik-Serie, die die Qualität von literarischen Klassikern mit einer erzählerischen und grafischen Raffinesse vereint. Andreas breitet seine Genialität behutsam und mit langem Atem, aber um so einschlägiger auf und ich bin untröstlich, dass ich bisher so wenig vom Deutschen gelesen habe. Das wird sich ändern!