Zuletzt gelesen #044: „Thor 4 – Goddess of Thunder“ von Jason Aaron

Die Germanische Mythologie hat weitaus weniger Künstler inspiriert als die griechische. Im 20. Jahrhundert hat sicherlich die Vergiftung des Nationalsozialismus dazu geführt, dass der Stoff für viele zum Tabu wurde. Dennoch gibt es auch eine handvoll popkulturelle Ergüsse, die sich direkt oder indirekt auf die Germanische Mythologie beziehen. Die Marvel-Serie Thor greift nicht nur einen Hauptcharakter, sondern mehrere Elemente der Mythologie auf. Jason Aaron hat in jüngster Zeit das Steuer über die Serie übernommen. Ich hatte zuletzt seine Hard-Boiled-Arbeiten Men of Wrath und Southern Basterds gelesen und war gespannt auf seinen Run auf den Donnergott.

In Thor Volume 4 „wirbelt“ er das Universum „mächtig“ durcheinander, indem im ersten Band Thor 1 – Goddess of Thunder eine Frau den Hammer Mjolnir übernimmt und damit zum weiblichen Thor wird, allerdings maskiert und mit erweiterten Fähigkeiten (was den Hammer betrifft). Das kommt alles auch rechtzeitig, denn die Eisriesen werden vom dunklen Elfen Malektih angestachelt, Midgard anzugreifen. Der originale Thor ist dabei genauso erstaunt wie Odin, der sich als patriarchalischer Herrscher gegen solche Neuerungen wehrt.

Das Setting entspricht recht genau demjenigen der Filmadaptionen und selbst die Charaktere sind an die Filmpendants angelehnt. In dieser Hinsicht gibt es also nichts Neues. Melekith ist ähnlich wie Loki ein listenreicher Zauberkünstler. Die einzige Neuerung kommt also dadurch, dass eine maskierte Frau den Hammer schwingt. Aaron stellt sie noch wenig vor. Die Gedankenblasen, die (ähnich wie in den Filmadaptionen) etwas Humor (allerdings auch nicht mehr so überraschend neu) in die bierernste Welt bringen, oszillieren zwischen überfordert-sein-mit-der-neuen-Rolle und erstaunt-sein-über-die-neuen-Fähigkeiten.

Die Zeichnungen von Russell Dauterman sind typische Superheldenkost und befriedigen den darauf angelegten Anspruch sehr gut. Die Eisriesen, exotischen Schauplätze und Kämpfe gelingen dem Zeichner souverän. Die teils bunten Farben vollenden das Artwork hervorragend.

Fazit

Mir ist Aarons Leistung in Thor 1 – Goddess of Thunder insgesamt (noch) viel zu wenig. Da muss noch einiges nachgelegt werden. Der Stoff lebt einzig und allein von dem Mysterium um die weibliche Hammerträgerin und deren neue Fähigkeiten. Alles andere ist nur ein müder Aufguss des Altbekannten. Fans des MCU dürfte die Geschichte jedoch (oder gerade deshalb) gut gefallen. Eine Chance gebe ich Aaron noch (denn das Potential ist sicherlich da), dann bin ich raus aus der Serie.

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