Media Monday #206 u.a. über den besten Krimi, unvergessliches Kino, Fantasy und Spitzendarsteller

Über’s Wochenende hab‘ ich die Sonne genoßen: im Freibad und am Baggersee. Natürlich auch medial gestützt, wobei das Lesen ein leidiges Thema beim Baden ist: kaum eine Position geht länger als 10 Minuten, dann tut irgendwas weh. Am besten ist noch liegend, aber dann braucht man irgendein Kissen oder Kissenersatz (ich schwör ja auf Flasche mit Handtuch als „Kissenrolle“). Es gab mit Der Astronaut einen brasilianischen Science-Fiction-Comic à la Stanislaw Lem, mit Capote in Kansas Historisch-Biographisches wie im Film Capote mit Philip Seymour Hoffman und mit Mein Bruder Flo ein urbanes Coming-of-Age-Drama à la Oh Boy. Genug vom Wochenende, hier ist der Media Monday!

Media Monday #206

1. Christian Bale hätte ja spätestens für ihre/seine Darstellung als abgemagerter Trevor Reznik in The Machinist (2004) von Brad Anderson einen Haufen Preise verdient, denn ab hier hat er sich als radikaler Method Actor bewiesen, was er danach in Rescue Dawn (2006) von Werner Herzog und The Fighter (2010) von David O. Russell unterstrichen hat. Bei letzterem hat es zumindest in der Kategorie „Nebendarsteller“ dann endlich für einen Oscar gereicht.

2. Bei Filmen in historischem Kontext, darf es lieber frei interpretiert sein oder möglichst akkurat und reell? Kommt drauf an. Ein guter Film ist ein guter Film, egal wie herum der Ansatz gewählt wurde. Problematisch ist nur, wenn historische Authentizität suggeriert wird, aber großzügig erfunden wird. Reine Unterhaltungsfilme wie Inglorious Basterds von Quentin Tarantino sollten natürlich völlig frei im historischen Kontext dargestellt werden, wohingegen biographische Filme wie biographische Filme wie The Pianist von Roman Polanski möglichst bei den Fakten bleiben sollten.

3. Mich stört an Fantasy-Settings, dass sie eine vergangenheitsbezogene Welt inszenieren, in der die politisch-soziale Realität ausgeblendet wird. Oft flüchten sich die Schreiberlinge in feudale Strukturen ohne Bezug zur aktuellen Wirklichkeit.

4. Der spannendste Kriminalfall – ob im Film oder in Serieist für mich im massenmedialen Bereich die Graphic Novel From Hell von Alan Moore, weil es keinen komplexeren und anspruchsvolleren Krimi gibt. In der Realität ist es der Fall der Giftmischerin Gesche Gottfried (der Fall wurde in Gift von Peer Meter und Barbara Yelin als kongeniale Graphic Novel und von Rainer Werner Fassbinder als Theaterstück mit dem Titel „Bremer Freiheit“ adaptiert).

5. Nicolas Cage spielt ja sonst eher Actionhelden-Rollen, aber als Charlie und Donald Kaufman in Adaptation von Spike Jonze spielt er einfach meisterlich charakterlich widersprüchliche Zwillinge.

6. Unvergessen, wie Klaus Kinski in den Werner Herzog-Filmen, denn (Größen)Wahnsinnigen gemimt hat, wobei er eigentlich nicht gespielt hat, sondern einfach so war.

7. Schon witzig, wie in Filmen, die erst ein paar Jahre alt sind schon eine Trilogie, Reeboots und/oder Prequels dazu erschienen sind.

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2 Kommentare

  1. bullion · Juni 8, 2015

    Oh ja, in „Adaptation.“ war Cage wirklich klasse. Überhaupt ein großartiger Film.

    Gefällt 1 Person

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