Media Monday #205 über Faibles, Filmvorlieben, gescheiterte, ausbaufähige und heftige Filme

Diesmal kurz und knapp: Der neue Media Monday!

Media Monday #205

1. Nicht erst seit gestern habe ich ein regelrechtes Faible für alles Mögliche, denn so genannte „Schwächen“ versüßen das Leben, wobei der Übergang zur Obsession fließend ist. Schwach werde ich bei Superheldencomicadaptionen, Spargel, Zartbitterschokolade, Utopien aller Art, Architektur in Städten, Malerei der großen und jungen Meister, Fußball schauen oder Kunstfilme.

2. Kinatay von Brillante Mendoza ist in seiner Ausgestaltung doch recht heftig, was mir den philippinischen Regisseur nicht unbedingt schmackhafter gemacht hat. Werde bei Gelegenheit aber schauen, ob es von ihm leichtere Kost gibt, da ich als Halbphilippino doch sehr am philippinischen Kino interessiert bin und der Skandalregisseur allein auf den Cannes-Filmfestspielen regelmäßig für Furore sorgt.

3. Die Verfilmung von From Hell (oder auch The Leaugue of Extraordinary Gentleman oder alle Filmadaptionen von Alan-Moore-Comics) war meines Erachtens von vornherein zum Scheitern verurteilt, schließlich ließe sich die Komplexität und Tiefe der brachialen Vorlage nur als Serie oder Mehrteiler gebührend und entsprechend verfilmen.

4. Die große Faszination von Mad Max nervt im Kontext von Social Media, macht aber auch neugierig. Werd ihn wohl irgendwann im Heimkino sichten.

5. Nicolas Winding Refn würde mir noch weitaus mehr zusagen, wenn er es künftig schüfe, nicht nur visuell bedeutungsschwer herüberzukommen, sondern auch tatsächlich ein wenig mehr Tiefe gewönne und mehr in Richtung eines Tarkowskis kommen würde.

6. Terrence Malick/Paul Thomas Anderson hat auch schon bessere Filme gedreht, aber To the Wonder/The Master war enttäuschend.

7. Allgemein mag ich am liebsten Filme, bei denen ich gefordert werde: entweder ästhetisch, narrativ oder inhaltlich. Am besten alles gleichzeitig so wie bei Darren Aronofsky oder Andrej Tarkowski.

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8 Kommentare

  1. bullion · Juni 2, 2015

    „From Hell“ habe ich sogar gelesen und fand das Comic sehr interessant, wenn auch teils schwerer und harter Stoff. Die Verfilmung hatte mir dennoch gefallen, auch wenn man sie kaum mit dem Comic vergleichen kann.

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    • z-wie-klugscheisser · Juni 2, 2015

      Kann ich verstehen, mir gings auch so, aber NUR weil ich erst den Film gesehen und Jahre später erste die Graphic Novel gelesen hatte. Der Film ist schon ganz nett und kann unterhalten, aber die Tiefe der Vorlage bleibt unerreicht. Ja, FROM HELL ist stark kultur-philosophisch angereichert 😉

      Alan Moore war mit der Adaption deshalb derart unzufrieden, dass er sich von allen weiteren Adaptionen distanzierte. Ist halt ein Dickkopf, kann man aber irgendwo auch verstehen. Lediglich WATCHMEN wurde maßstabsgetreu verfilmt (allerdings fehlt auch hier die Tiefe und Komplexität). V FOR VENDETTA war okay. LOEG war eine absolute Katastrophe!

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      • bullion · Juni 2, 2015

        Die Verfilmung von „Watchmen“ fand ich übrigens deutlich schwächer, da sie sich einerseits stark an die Vorlage geklammert hat, andererseits aber einfach zu gewollt war. Hat bei mir nicht funktioniert. Den Comic fand ich dagegen klasse. „V for Vendetta“ mochte ich auch sehr, da kenne ich aber die Vorlage nicht…

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      • z-wie-klugscheisser · Juni 2, 2015

        Also WATCHMEN meine ich auch nur die visuelle Komponente und die Story natürlich. Abgesehen davon fand ich den Film okay, aber nicht gut. V VOR VENDETTA musst du unbedingt lesen, einer meiner absoluten Lieblingscomics überhaupt!!!

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      • bullion · Juni 2, 2015

        Das Intro von „Watchmen“ fand ich z.B. genial umgesetzt, doch leider verliert sich Snyder danach in der Geschichte…

        Ja, „V for Vendetta“ will ich tatsächlich schon ewig mal lesen! 🙂

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      • z-wie-klugscheisser · Juni 2, 2015

        Ich bin auch kein Fan von Snyder: Bei ihm steht Ästhetik vor Inhalt wie auch bei 300 und MEN OF STEEL. Bei letzterem war immerhin noch Christopher Nolan im Hintergrund tätig…

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      • bullion · Juni 2, 2015

        „300“ fand ich noch imposant und ehrlich, „Man of Steel“ dagegen zu nichtssagend in seiner Action. Schade drum.

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      • z-wie-klugscheisser · Juni 2, 2015

        300 war tatsächlich bildgewaltiger als die Vorlage, aber auch hier inhaltlich schwächer (bei der Story aber egal und deshalb einer der wenigen Adaptionen, die gleichwertig sind). Bei MAN OF STEEL hätte man sicherlich mehr draus machen müssen, wenigstens wurde der Nolan-Ansatz (düsterer Realismus) halbwegs übernommen.

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