Zuletzt gelesen #024: „MPH“ von Mark Millar

Ich bin kein ausgewiesener Mark Millar-Fan. Nein, wirkllich nicht: Die Filmadaption seines Kickass fand ich nervtötend und schwach (so dass ich den Comic gar nicht erst in die Hand genommen hab‘). Ansonsten habe ich nur seinen Ultimates-Run gelesen und der hat mir durchaus Spaß gemacht. Dann ist mir der One-Shot MPH von Image Comics in die Hände gefallen (nein, nicht buchstäblich, natürlich nur im Übertragenen…) und die Thematik hat mich doch gleich angesprochen.

Dank der Einnahme von MPH-Pillen vergeht die Zeit für einen kleinen Nobody so langsam, dass er in einem Atemzug eine Bank ausrauben kann. Also, Superkräfte auf Rezept. Das gab’s zwar schon einmal bei Warren Ellis und dessen Miniserie No Hero, aber Ellis fokussierte die Bewusstseinserweiterung des Geistes und die körperliche Deformation durch Superhelden-Drogen. Bei Millar nimmt die Fahrt eine Heist-Drug-Exploitation-Richtung ein, indem sich die Protagonisten schlicht und banal bereichern. Moralische Dilemma und Fragen kommen erst nach der Zeit auf.

Ein weitere Parallele sehe ich zu Philip K. Dick gegeben: Durch die Einnahme von Drogen in der Zeit zu reisen (SPOILER!!!! in MPH ist einer der „Runners“ so schnell, dass er die Zeit „durchbricht“ und in die Vergangenheit reist) kenne ich schon aus Now Wait for Last Year. Was ist mir noch aufgefallen? Der Titel ist zwar die Abkürzung für die Droge, aber gleichzeitig ist steht es auch für Miles per Hour, also dem Deutschen km/h entsprechend eine Geschwindigeitseinheit.

Millar erzählt die Story aus der Sicht des Protagonisten und während die Story richtig gut beginnt, franst sie zum Ende hin leicht aus. Die Dialoge und Szenen wirken zunächst eher wie TV-Serien-Ausschnitte (ich dachte an Sopranos, The Wire und Breaking Bad) und entwickeln sich dann zu einer Art Flash oder Quicksilver in einem Film wie Heat. Die Bilder von Duncan Fregredo sind individuell, realistisch und dynamisch, illustrieren die Story also perfekt.

Fazit

Obwohl die Superkräfte altbekannt (siehe DC’s Flash oder Marvels Quicksilver) und das Drogenkonzept nicht neu (Ellis‘ No Hero) hat Millar dennoch etwas Eigenständiges und Unterhaltsames geschaffen. Ein rasanter One-Shot für Zwischendurch! Meiner Haltung zu Millar hat die Miniserie jedoch keine Ändeurng beschwert.

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