Zuletzt gelesen #020: „Hinterkind 1 – The Waking World“ und „Hinterkind 2 – Written in Blood“

Ian Edginton und Francesco Trifogli waren mir bisher gänzlich unbekannt. Doch bei der Vertigo-Serie Hinterkind war mir immerhin noch der Cover-Artist vertraut: Greg Tocchini hatte ich euch schon bei der Image-Serie Low vorgestellt, doch ich will nicht abschweifen. Bei Hinterkind liegen die ersten beiden Trades vor: Volume 1 „The Waking World“ und Volume 2 „Written in Blood“.

Im ersten Band erleben wir die Überlebenden einer Apokalypse (genannt „The Blight“), die sich in Nordamerika vor den Gefahren der sich veränderten Umwelt zurückgezogen hat. Doch immer mehr wird klar, dass es mehr als eine Seuche gab. Die Wesen aus der Mythologie lebten schon immer im Schatten der Menschheit und ist durch das umwäzende Ereignis aus den Schatten hervorgetreten. Im zweiten Band geht es dann immer mehr ins Eingemachte und erleben die verschiedenen mythischen Rassen, die ihre Terretorien verteidigen oder erweitern wollen. Überleben(skämpfe), Ränkeschmiede, mythische Historie und Intrigen sind nur die Hauptzutaten, die sicherlich jedem TV-Serienfan zusagen dürften.

Edginton entwirft (buchstäblich) eine fabelhafte, in der Fiktion und Realität zu einem interessanten Genre-Mix aus Fantasy und Postapokalypse verschmelzen. Abgesehen davon ist mir sehr positiv aufgefallen, dass der Autor ein sehr fortschrittliches Frauenbild inszeniert: Nahezu alle Frauenfiguren (egal, welche Rasse) handeln selbstbewusst, proaktiv und/oder unabhängig. Bis auf wenige Traumsequenzen oder Rückblicke ist die Story linear, aber sie enthält mehrere Schauplätze/Handlungsebenen. Als eine Art Meta-Text zitiert Edginton dazu aus einem mythischen Buch. Darüber hinaus haben mich vor allem die Dialoge und die Charakterisierungen überzeugt.

Die Zeichnungen von Trifogli sind expressiv, die Farben matt, also insgesamt keine Hochglanzästhetik (wer das denn will bzw. immer braucht, sollte eh nicht zu Vertigo greifen). Die visuelle Stärke liegt in der Gestatlung der Fabelwesen und in der Ausmalung der postapokalyptischen Welt, die mich im Comicbereich stark an die klassische franko-belgische Serie Jeremiah von Hermann erinnert, vielleicht gekreuzt mit der Vertigo-Serie Fables.

Fazit

Bisher ist Hinterkind eine völlig unterschätzte Serie (ich hab‘ kaum was darüber gelesen oder gehört), die zwei Genres perfekt zu einem spannenden Ganzen vereint. Sie verspricht einen komplexen Machtkampf zwischen den mythischen Rassen, der sich nun zuspitzt!

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