Zuletzt gelesen #016: „Low 1 – The Delirium of Hope“ von Rick Remender

Rick Remender hatte ich euch ja schon wegen seines aktuellen Captain America-Runs und seiner Coming-Of-Age-Killer-Serie Deadly Class vorgestellt. Nun habe ich mit Low 1 – The Delirium of Hope eine weitere Indie-Serie des talentierten Autors begonnen. Gemeinsam mit Greg Tocchini (mit dem er bereits bei The Last Days of American Crime zusammengearbeitet hat) entwirft Remender eine weit entfernte Zukunftswelt, die sich schwer beschreiben lässt, vielleicht eine Art apokalyptisch-maritimes Star Wars: Denn die Protagonisten (eine Familie mit drei Kinder) leben in einer hochtechnisierten Unterwasserwelt, deren Ressourcen zu Ende gehen. Und dann entführen Piraten zwei der Kinder.

Remender nutzt keinen Erzähltext, sondern verlässt sich voll und ganz auf Dialoge. So stürzen wir als Leser unvermittelt in eine Alltagszene der Eltern und erfahren erst mit Fortgang der Geschichte von den Gesetzmäßigkeiten dieser Zukunftswelt. Remender schreibt selbst im Vorwort, dass er als Kind von der Erkenntnis, dass die Sonne eines Tages erlischt, derart erschüttert war, dass er zwischenzeitlich alle Taten der Menschheit als sinnlos erachtet hat. Dieser Erkenntnis und dem damit verbundenen Schock hält er in Low optimistische Protagonisten gegenüber, die niemals die Hoffnung aufgeben, egal wie fatal die Lage ist. Und die Lage erweist sich für die Familie immer wieder als fatal auf. So wird sie mit Gewalt, Verbrechen und anderen Hindernissen konfrontiert. Doch die Mitglieder stehen immer wieder auf und kämpfen weiter.

Ein weiteres Highlight an Low ist mit Sicherheit der World-Building-Aspekt: Die exotisch-hochtechnisierte-maritime Lebenswelt beeindruckt dank Tocchinis phänomenaler Zeichenkunst. Vor allem die intensiven und wohlbedacht aufeinander abgestimmten Farben erzeugen eine Pracht, die verschwenderisch schön anmutet. Bei den technischen Vehikeln hat sich der Zeichner jedoch eher in der Vergangenheit orientiert: So erinnert das Piratenunterseeboot eher an eine behäbige Galeere als an ein futuristisch-schnittiges Vehikel. Egal, sieht blendend aus, genauso wie die Meeresungeheuer! Ansonsten ist Tocchinis Strich sehr dynamisch und schwungvoll, jedoch ohne dabei an Realismus einzubüsen (wie macht er das nur?)

Fazit

Die Story ist spannend erzählt, die Zukunftswelt beeindruckend erdacht, die Charaktere interessant gestaltet. Der Auftaktband von Low ist vielversprechend. Ich bin äußerst gespannt, welche Richtung die Serie noch einschlägt. Sie hat das Potential zum Klassiker!

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