Zuletzt gesichtet #003: „Nightcrawler“ von Dan Gilroy

Nein, bei Nightcrawler handelt es sich nicht um eine weitere Comicadaption aus dem Marvel-Universum (ein X-Man heißt genauso). Vielmehr ist es ein Thriller von Dan Gilroy, der ethische Fragen bezüglich der journalistischen Arbeit stellt. Dabei mimt Jake Gyllenhaal einen neoliberal indoktrinierten Self-Made-Journalisten, der buchstäblich über Leichen geht, um als freier Kameramann Videomaterial von Unfällen und Morden an einen lokalen Fernsehsender in Los Angeles zu verkaufen.

Gyllenhaal macht seinen Job sehr gut, und erweitert sein darstellerischs Repertoire um weitere Facetten: Er gibt sich vollkommen resolut und hat dabei stets einen Blick, der neben Übernächtigung auch Wahnsinn ausstrahlt. Geniale Darstellung. Ansonsten ist der Film handwerklich gut gemacht: Tolle Kamera, guter Schnitt, einzig die Musik wirkt doch eher bemüht. Problematisch ist bei dem Film lediglich, dass es keine Identifikationsfigur gibt, da Gyllenhaal ähnlich wie Christian Bale in American Psycho einen Unsympathen spielt. Bales Charakter wurde jedoch menschlich, indem auch Facetten wie Musikvorlieben und das Scheitern am Ende thematisiert wurden. Bei Gyllenhaal bleibt es in Bezug auf die Charakterisierung aalglatt an der Oberfläche. Nightcrawler bleibt dennoch spannend und faszinierend bis zum Schluss.

Fazit

Nightcrawler ist ein elektrisierender Thriller, der ein interessantes Thema beleuchtet und deshalb zum mitfiebern und nachdenken anregt. Spannend und originell!

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