Zuletzt gesichtet #001: „Prisoners“ von Denis Villeneuve

2014 hatte ich im Kino Enemy von Denis Villeneuve gesehen – und ich war leider eher ernüchtert. Mir war das Mystery-Drama zu prätentiös, trotz einer guten Darstellung von Jake Gyllenhaal. Von daher war ich lange skeptisch, was die anderen von den Kritikern gelobten Arbeiten Villeneuves angingen. Doch nachdem ich immer öfter über Prisoners gestolpert bin, habe ich dem Thriller schllussendlich doch noch eine Chance gegeben.

Und das war gut so. Denn Prisoners ist ein spannend aufgebauter und inhaltlich interessanter Thriller geworden. Dabei sind die Hauptdarsteller in atypische Paraderollen geschlüpft: Hugh Jackman mimt den willensstarken Macher, aber auch gewissermaßen das Opfer (Vater eines Entführungsopfers), das zum Täter wird. Gyllenhaal dagegen zeigt sich als zögerlichen Kriminalkommisar, der den Fall scheinbar nicht mit der erforderlichen Stringenz angeht (zumindest aus der Sicht der Betroffenen).

Es es ist also ein Entführungsthriller, und doch erinnert er atmosphärisch auch an Mordthriller wie Seven oder Zodiac. Ansonsten schneidet Villeneuve mit der Folter ein (damals hochaktuelles) brisantes politisches Thema an und zeigt auf raffinierte Art die moralischen Fallstricke auf. Vor allem das Ende erinnert auch an den Maestro selbst, Alfred Hitchcock.

Fazit

Prisoners ist ein wendungsreicher und schnörkellos inszenierter Thriller mit guten Darstellern und diskusionswürdiger Thematik. Hat mich persönlich wieder mit Villeneuve versöhnt, nachdem mir Enemy (der sicherlich auch nicht grottenschlecht war) nicht so zugesagt hatte.

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