Zuletzt gelesen #003: Warum ist „Kililana Song“ von Benjamin Flao eine wunderschöne Kenia-Ballade?

Das Cover von Kililana Song (zumindestens vom ersten Teil) strahlt farbenfroh, wie die perfekte Urlaubslektüre entgegen. Dieser frohe Schein enthält noch keine Andeutungen der durchaus dramatischen Inhalte von Benjamin Flaos zweibändigem Graphic Novel.

Themen sind Drogen, Armut, Gewalt, Bauprojekte, Umweltzerstörung, Meer, Europäier in Afrika, afrikanische Mythologie und Familiegeschichte, verpackt in eine Geschichte zwischen urbaner Streifzug, Drogenschmuggel und mythischem Meeresabenteuer. Flao schafft es jedoch, diese Themen auf leichtfüßige Art und ohne Pathos zu erzählen.

Das liegt zum einen an dem 10-jährigen kenianischen Protagonisten, der als Sympathieträger und/oder Identifikationsfigur fungiert, und Flaos lichtdurchflutete Illustrationen, die durch naunciert-aquarelliertte Farben und eine übersichltiche Seitenlayout gekennzeichnet sind.

Mich haben die dichte Atmosphäre, der lockere Erzählton der dramaturgische Aufbau und Höhepunkt an Matthias  Schultheiss‘ Reise mit Bill erinnert, thematisch hat Flao jedoch eigene Schwerpunkte gesetzt. Die beiden gebundenen Bände gibt’s auf Deutsch bei schreiber&leser.

Fazit

Kililana Song ist wunderschön illustriert, stilistisch individuell und eindrucksvoll, inhaltlich interessant sowie erzählerisch spannend. Flaos Kenia-Ballade ist ein modernes Märchen für Erwachsene (man klingt das abgedroschen, aber das sind leider genau die Worte, die auf die Graphic Novels perfekt passen). Unbedingt bei akutem Fernweh einnehmen!

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