Die 3 besten Seefahrer-Comic-Serien: „L’Épervier“, „Jeronimus“ und „Isaac le pirate“

Piraten und Seefahrer boten schon zahllosen Autoren und Filmemacher Inspiration für Geschichten. Da geht es auch Comicautoren nicht anders. Hier sind meine drei liebsten Seefahrer-Comic-Serien.

Realistisches Abenteuer bei L’Eperviér (1994/ongoing)

L’Eperviér (dt. Der Schrei des Falken) stammt von Patrice Pellerin, der in kompletter Eiegenregie sowohl schreibt als auch zeichnet (deshalb wartet der gemeine Fan auch ellenlang auf jeden neuen Band *grrrrrrrrhh*). Die Story der Serie dreht sich um einen Korsaren, der aufgrund von Intrigen zu Unrecht des Mordes angeklagt wird. Drei gute Gründe, die Serie zu lesen sind:

  1. Pellerin inszeniert ein ausgefeilstes Katz-und-Maus-Spiel vor einer authentisch wirkenden Kulisse. Dabei breitet er verschiede Erzählstränge mit aller Sorgfalt und Geduld aus, um sie auf spannende Weise zusammenzuführen.
  2. Die Zeichnungen sind einfach der Oberhammer, was Authentizität und Detailverliebtheit angehen. Die Exaktheit der Schiffs- und Kostümdarstellungen lässt so manchen Hollywood-Blockbuster alt ausehen.

Die Serie erscheint bei comicplus+. Bisher sind der erste Zyklus umfasst die Bände 1 bis 6 und ist in sich abgeschlossen. Vom zweiten Zyklus sind bisher die Bände 7 und 8 erschienen. Dazu veröffentlicht der Verlag inzwischen auch eine gebunde, mehrbändige Gesamtausgabe, die wunderschön aufgemacht ist.

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Hut festhalten!

Groteske bei Jeronimus (2008-2010)

Jeronimus stammt vom Autor Christophe Dabitch und vom Zeichner Jean-Denis Pendanx. Darin behandelt das Team ein historisches Ereignis: Im Oktober 1628 macht ein holländische „Retourship“ eine Reise nach Java, die in die Seefahrtsgeschichte einging. Warum sollte man das unbedingt lesen?

  1. Es ist eine faszinierende, episch erzählte und erschreckende Groteske über Macht, Gier und die Wandelbarkeit des Menschen, der unter gewissen Umständen zum Tier wird.
  2. Wir verfolgen das Geschehen durch den Kaufmann Jeronimus, wodurch wir eine ungewöhnliche Perspektive auf die Seefahrt erhalten.
  3. Die realistischen Zeichnungen lassen die vergangene Zeit authentisch wiederauferstehen. Durch malerische, an die flämischen Klassiker erinnernden Farben erhalten die Zeichnungen eine atemberaubende Plastizität.

Die Trilogie ist beim Verlag schreiber&leser im Buchformat und in Hardcover erschienen.

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So, und jetzt machst du mir den Michelangelo.

Satire bei Isaac le pirate (2001-2005)

Isaac le pirate (dt. Isaak der Pirat) stammt aus der Feder von Christophe Blain und dreht sich um den Künstler Isaak Sofer, der sich mehr schlecht als recht durch’s Leben schlägt und von Abenteuern auf hoher See träumt. Die Serie ist lesenswert, weil sie

  1. mit einer Fabulierfreude und temporeichen Erzähldynamik vorgetragen wird: Das 18. Jahrundert wird zu einem Schauplatz für Abenteuer jeder Art.
  2. einen sympathischen Anti-Helden hat, der von Unruhe getrieben, impulsiv und leidenschaftlich agiert, so dass er in ungewöhnliche Situationen gerät.
  3. leichtfüßig gezeichnet ist: stilisierte Figuren und angedeutete Hintergründe unterstreichen das hohe Erzähltempo und sorgen für hohes Lesevergnügen.

Isaac le pirate wird auf Deutsch von Reprodukt herausgebracht.

Was sind eure liebsten Seefahrer-Comics? Rückt schon raus damit!

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