Warum wird „The Fade Out“ ein Meisterwerk von Brubaker/Phillips/Breitweiser?

Gestern Abend gab’s für mich ein richtiges Schmankerl: The Fade Out No. 1-3 und die erste Ausgabe als limiterte Retro-Pulp-Variante im Überformat :-P!!! Die neue Image-Serie (2014/ongoing) von Ed Brubaker, Sean Phillips und Elizabeth Breitweiser beweist schon in diesen ersten drei Nummern, dass das Team nach Fatale noch lange nicht seinen Zenit erreicht hat – und das ist auch gut so.

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Die kommen mir nicht aus der Tüte! Nur für bibliophile Printnerds: Die Pulp-Variante und die normale Cover-Version.

Brubaker entführt uns in das Hollywood der späten 1940er Jahre. Ein Drehbuchschreiberling wacht nach einem Vollrausch mit Filmriss auf und entdeckt die Leiche eines Starlets. Spätestens ab diesem Zeitpunkt beginnt die typische Sogwirkung, der man sich schon nicht in Sleeper, Criminal oder Fatale entziehen konnte. Brubaker ist ein Meister darin, eine perfekte Balance aus Erzähltext und Dialog zu finden.

Überhaupt hat er ein virtuoses Händchen für Rhytmus und Spannungsbogen. Inhaltlich bekommen wir klassische Noir-Kost mit interessanten Charakteren, die mal mehr oder weniger an historische Persönlichkeiten angelehnt sind (Dazu gibt es in den Heftausgaben aufschlussreiches Zusatzmaterial).

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Schock! Fast vergessen, den Herd zuhause auszumachen.

Auch Phillipps hat sich noch einmal gesteigert: Sein Strich wirkt noch ausgefeilter. In einer der Bonusseiten, die nur in den Heftausgaben enthalten sind, bekommt man auch einen interessanten Einblick in die Arbeitsweise Phillips: Er verwendet mit Fotografien (wer noch mehr erfahren will, muss sich die Hefte schon selbst besorgen!).

In puncto Farben ist Breitweiser ist momentam meine unbestrittene Lieblingskoloristin. In The Fade Out brilliert sie durch atemberaubende Lichtspiele, die Breitweiser dezent, verspielt, leicht stilisiert und nuanciert in Szene setzt. Sie sorgt für das entscheidende I-Tüpfelchen und rundet Story und Illustration ebenso meisterlich ab, wie Brubaker und Phillips ihr Gebiet beherrschen.

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Da wird einem ganz duselig: Schatten, Kontrast und feine Farbnuancen.

Fazit

The Fade Out wird nichts weniger als das neue Meisterwerk des Noir-Genres bzw. des US-Comics generell. Das Artwork ist ein absoluter Augenschmaus und die Story zieht den Leser in den Bann. Virtuos (eigentlich eher beängstigend) dabei ist, wie übersichtlich und stilsicher das Team um Brubaker agiert. Übrigens für alle, die keine Hefte lesen: Der erste Trade erscheint im März 2015. Damit verabschiede ich mich heute ins Wochenende und wünsche viel Lesevergnügen!

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