Warum erinnert der Near-Future-Thriller „Come Back“ an den Film „Looper“?

Come Back? So könnte ein Biopic über einen Politiker heißen (*gäääähhhn*). Oder die neue Single von Justin Bieber (*würrrrgh*). Nein. In diesem Fall handelt es sich um einen One-Shot aus dem Hause Image. Der Titel hat also nix mit einem Comeback oder einem flehentlich dahingesülztem Love-Song zu tun. Come Back spielt vielmehr auf die Zeitreisethematik des Near-Future-Thrillers an. Story (und Lettering!) stammt von Ed Brisson, gezeichnet hat das Ganze Michael Walsh (hat mir in Secret Avengers 1: Let’s have a Problem sehr gut gefallen!) und die Farben durfte (die von mir hochverehrte!) Jordie Bellaire (Moon Knight: From the Dead) übernehmen.

Inhaltlich dreht sich der Trade um das Unternehmen „Reconnect“, der zahlungskräftigen Kunden anbietet, verstorbene Personen per Zeitreise vor dem Tod zu bewahren. Eine durchaus originelle Idee, die viel Raum für spannende Verstrickungen liefert. Die Story spielt in nicht allzu weit entfernter Zukunft, der technische Fortschritt hat sich nicht umfassend, sondern nur in Bezug auf die Zeitmaschine geändert. Es handelt sich also um ein Near-Future-Szenario ohne technische Utopien. Vielmehr liest sich der One Shot wie ein grimmiger Crime-Thriller – realitätsnah und filmisch in der Darstellung: zwei Reconnect-Agenten blicken hinter die Kulissen ihres Arbeitgebers und das F.B.I. tritt auf den Plan.

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Die obligatorischen Jalousien sorgen für eine Prise Noir

Inhaltlich kriegen wir von Brisson weniger Charakterstudien, sondern ein ausgeklügeltes Szenario mit einer verschachtelten Erzählweise, die sich aufgrund der Zeitreisen ergibt. Dennoch hält er dabei stets die Fäden fest in der Hand und wir als Leser verlieren nicht den Überblick. Dazu kommen noch abgebrühte Action und spannende Dialoge. Grafisch bietet Come Back einen leicht stilisierten Zeichenstil, der stark an Sean Phillips himself erinnert und perfekt zu Setting und Story passt. Die Farben von Bellaire runden das Artwork (wie immer!) stimmungsvoll ab.

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Feuer leer? Filmische Sequenz in „Come Back“

Fazit

Grimy, gritty, great! Come Back ist ein stimmiger One-Shot, der nicht lange herumfackelt und durch ein ausgeklügeltes Konzept und eine filmische Erzählweise überzeugt. Vor allem für alle geeignet, die keinen Bock auf ausufernde Serien haben oder zwischendurch auch mal was Abgeschlossenes lesen wollen. Dürfte allen gefallen, die auch Looper gesehen haben, da Come Back atmosphärisch und plottechnisch stark an den Film mit Joseph Gordon-Levitt erinnert.

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